Die paraguayische Elektrizitätsbehörde ANDE (Administración Nacional de Electricidad) setzt ihr ehrgeiziges Masterprogramm zur Modernisierung der Energieinfrastruktur fort. Wie ANDE-Präsident Félix Sosa gegenüber der Zeitung Última Hora erklärte, soll das Investitionsvolumen in diesem Jahr rund 820 Millionen US-Dollar erreichen – verteilt auf laufende Bauprojekte und neue Ausschreibungen.
Das bis 2033 reichende Masterprogramm definiert den Ausbau der Hochspannungsleitungen und wird alle zwei Jahre aktualisiert. Derzeit ist die 500-kV-Doppelleitung zwischen Yguazú und Valenzuela zu 60 Prozent fertiggestellt. Noch in diesem Jahr soll die zweite 500-kV-Leitung von Itaipú nach Villa Hayes ausgeschrieben werden. Deren Finanzierung setzt sich aus 260 Millionen US-Dollar der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID), 30 Millionen US-Dollar aus Taiwan sowie Eigenmitteln der ANDE zusammen.
Für die wachsende Landwirtschaft und Industrie im Chaco (Región Occidental) wird eine zweite 220-kV-Leitung von Villa Hayes nach Loma Plata gebaut, die über eine neue Umspannstation in Pozo Colorado führt. Kürzlich eingeweiht wurden die Umspannwerke María Auxiliadora (Itapúa) und eine moderne Anlage in Ciudad del Este. Letztere nutzt GIS-Technologie (geografische Informationssysteme) und verfügt über eine Leistung von 400 Megawatt – dreimal so viel wie die bisherige Kapazität. Davon profitieren die Gemeinden Presidente Franco, Hernandarias und Minga Guazú.
Neben den großen Übertragungsleitungen setzt die ANDE auf Digitalisierung und das Konzept des intelligenten Stromnetzes (Smart Grid). Dafür sind 29 Millionen US-Dollar vorgesehen. Geplant sind die vollständige Erfassung aller Verteilungsleitungen per Scan sowie die Beschaffung von einer Million intelligenter Zähler, die den Verbrauch per App steuern lassen.
Insgesamt belaufen sich die laufenden Investitionen und Ausschreibungen auf 367 Millionen US-Dollar. Ziel ist es, die Energie aus den binationalen Wasserkraftwerken in eine zuverlässige Versorgung für die Bevölkerung umzusetzen.