In Paraguay gibt es rund 1,43 Millionen Mütter, von denen etwa 876.000 einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Das geht aus aktuellen Daten des Instituto Nacional de Estadística (INE) hervor, die anlässlich des Muttertags veröffentlicht wurden. Die Mütter stellen damit rund 25,6 Prozent aller Erwerbstätigen im Land, wie die Ultima Hora berichtet.
Besonders bemerkenswert ist, dass in 36 Prozent aller Haushalte eine Mutter als Haushaltsvorstand fungiert. Von den erwerbstätigen Müttern arbeiten rund 292.000 als Selbstständige, 224.000 im privaten Sektor und etwa 141.000 im Haushaltsbereich. Rund 60.000 leisten unbezahlte Familienarbeit, während 38.000 Mütter arbeitslos sind und aktiv nach einer Stelle suchen.
Die Mütter haben im Durchschnitt zehn Jahre formale Bildung absolviert. 73 Prozent leben in städtischen Gebieten, 27 Prozent auf dem Land. In Bezug auf den Familienstand sind 36,4 Prozent verheiratet, 33,4 Prozent leben in einer Partnerschaft, 10,5 Prozent sind ledig, 8,6 Prozent verwitwet und 11 Prozent getrennt oder geschieden.
Der Arbeitsmarktexperte Enrique López Arce wies gegenüber Ultima Hora auf anhaltende Vorurteile hin: „Es gibt immer noch Vorurteile gegenüber Müttern mit kleinen Kindern und Schwangeren, leider.“ Er betonte, dass rund 500.000 Mütter alleinerziehend seien und die meisten von ihnen im Dienstleistungs- und Verkaufssektor arbeiteten.
Trotz eines im Schnitt höheren Bildungsniveaus (10,3 Jahre bei Frauen gegenüber 10,1 Jahren bei Männern) verdienen Frauen in Paraguay rund 27,3 Prozent weniger als Männer. Das durchschnittliche Monatseinkommen von Männern liegt bei 3.815.000 Guaraníes, das von Frauen bei 2.772.000 Guaraníes. Die Ultima Hora hebt hervor, dass diese Lücke sowie die hohe Informalität und die unbezahlte Hausarbeit die berufliche Entwicklung von Müttern weiterhin stark einschränken.