Beim traditionellen Umzug zum 215. Jahrestag der Unabhängigkeit Paraguays in Ciudad del Este hat der Bischof der Diözese, Pedro Collar, zu einem grundlegenden Umdenken aufgerufen. In seiner Ansprache, über die Ultima Hora berichtet, forderte er die Bürger und Behörden auf, das Gemeinwohl über Partikularinteressen zu stellen und die Korruption zu bekämpfen.
„Dieser Jahrestag lädt uns ein, keine magischen Lösungen von außen zu erwarten, sondern das zu teilen, was wir haben, und auf die Solidarität der Gemeinschaft zu vertrauen“, sagte Collar. Er bezeichnete Korruption als „praktische Verneinung des Gemeinwohls“ und als eine der Wurzeln gesellschaftlicher Übel. Der Bischof rief zu einer tiefgreifenden „Bekehrung“ und einem Mentalitätswandel auf.
Der Umzug auf der Avenida Bernardino Caballero versammelte Tausende Menschen. Mehr als 60 Bildungseinrichtungen sowie Freiwillige Feuerwehren, Militär und Sicherheitskräfte nahmen teil. Collar erinnerte an das moralische Erbe der paraguayischen Unabhängigkeitshelden und forderte, deren Tugenden wie Liebe zum Volk, Weisheit und Ehrlichkeit wieder zum Leitbild für Regierende und Bürger zu machen.
Besonders wandte sich der Bischof an die Jugend: „Die Jugendlichen sind das Potenzial Paraguays für den Wandel und sind berufen, die neuen Helden zu sein, die das Werk der Unabhängigkeit bewahren und vertiefen – mit Ehrlichkeit und konstruktivem kritischen Geist.“ Er betonte, dass wahre Souveränität nicht nur politisch oder wirtschaftlich sei, sondern auch die Fähigkeit eines Volkes, seine Werte und kulturelle Identität zu verteidigen.
Collar rief zur Einheit auf: „Der Aufbau des Vaterlandes ist eine gemeinsame Aufgabe, die erfordert, dass wir gemeinsam gehen – oñondivepa –, die Vielfalt annehmen und nach Gemeinsamkeiten suchen. Gemeinsam gehen bedeutet, niemanden zurückzulassen, besonders nicht die Indigenen, Bauern und die bedürftigsten städtischen Schichten.“ Er schloss mit einem Gebet für die Familien und die nationalen Behörden.
Nach der religiösen Botschaft begann der traditionelle Umzug der Schüler und Bürger, der von Trikolore-Fahnen, kulturellen Darbietungen und patriotischer Begeisterung geprägt war.