In einem aktuellen Beitrag von ABC Color wird die mangelnde Nutzung des wirtschaftlichen Wettbewerbs als Hebel für Wachstum in Lateinamerika kritisiert. Der Artikel, der sich auf die Publikation „Mercados y Desarrollo: Cómo la competencia puede mejorar vidas“ der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID) aus dem ersten Quartal 2026 stützt, argumentiert, dass die Region trotz demokratischer Rahmenbedingungen und rechtlicher Garantien für wirtschaftliche Freiheiten strukturelle Probleme wie Armut und Ungleichheit nicht überwinde.
Laut ABC Color habe man sich daran gewöhnt, Chancen für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik zu verpassen. Die BID-Studie zeige mit empirischen Daten den positiven Kreislauf von Wettbewerb: mehr Marktteilnehmer, höhere Produktivität, Innovation, bessere Produktqualität, niedrigere Preise und mehr Arbeitsplätze. Der Artikel betont, dass Wettbewerb nicht ideologisch oder als importiertes Konzept aus Industrieländern verstanden werden dürfe, sondern auf jahrzehntelanger Evidenz basiere, etwa von der OECD.
Als zentrale Herausforderungen nennt der Beitrag die Verankerung von Wettbewerbsprinzipien als Kern der Wirtschaftspolitik, die Stärkung der Wettbewerbsbehörden, die Vereinfachung von Verwaltungsverfahren und den Abbau regulatorischer Barrieren, um die sogenannte „Regulierungsgefangenschaft“ zu bekämpfen. Der Autor, ein ehemaliger Wettbewerbsaufsichtsbeamter aus Ecuador, schließt mit der Forderung: „Man muss die Dinge geschehen lassen.“