Am 19. Mai wird der Weltweite Tag der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) begangen, ein Datum, das darauf abzielt, einer Gruppe chronischer Erkrankungen des Verdauungstrakts Sichtbarkeit zu verleihen. Obwohl sie nicht heilbar sind, ermöglichen die heutigen therapeutischen Fortschritte vielen Patienten ein erfülltes Leben. Die größte Herausforderung ist laut Experten die frühzeitige Diagnose, da viele den Arztbesuch aus Scham oder weil sie Symptome normalisieren, die nicht ignoriert werden sollten, hinauszögern.
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind die Hauptformen der CED, gekennzeichnet durch eine anhaltende Entzündung des Darms mit unvorhersehbaren Phasen von Schüben und Remission. Zu den häufigsten Symptomen gehören anhaltender Durchfall mit Schleim und Blut, Bauchschmerzen, Darmblutungen, Müdigkeit und Gewichtsverlust. In einigen Fällen kann die Entzündung auch andere Organe wie Haut, Gelenke, Augen und Leber betreffen.
Dr. Gabriel González, CED-Spezialist, betont: „Es gibt eine Kultur des Aushaltens oder Normalisierens bestimmter Symptome. Viele Menschen suchen erst dann einen Arzt auf, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist, was die Chancen auf eine bessere Kontrolle verringert.“ Er weist darauf hin, dass es nicht normal sei, mit Bauchschmerzen oder anhaltenden Symptomen zu leben, und dass ein rechtzeitiger Arztbesuch ein „Zeitfenster der Gelegenheit“ eröffne, um das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen.
Die Auswirkungen von CED gehen über das Physische hinaus. „Es gibt Patienten, die ihr Leben nach der Krankheit ausrichten: von der Planung von Aktivitäten je nach Verfügbarkeit einer Toilette bis hin zur Einschränkung von Ausflügen, Reisen oder sozialen Treffen“, erklärt Dr. González. Dies könne zu Isolation, Angstzuständen und Depressionen führen, insbesondere während der Schübe.
Die derzeitige Behandlung zielt nicht nur darauf ab, die Symptome zu lindern, sondern auch den Krankheitsverlauf zu verändern. „Ein Schlüsselziel ist es, die Heilung der Darmschleimhaut zu erreichen, da dies mit einer länger anhaltenden Remission, einem geringeren Bedarf an Krankenhausaufenthalten oder Operationen und einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität verbunden ist“, sagt der Spezialist. Therapien mit biologischen Medikamenten seien bei dieser Strategie von grundlegender Bedeutung.
Der Zugang zu diesen oft teuren Behandlungen bleibt jedoch ein Hindernis. In Paraguay steht das Management von CED vor Herausforderungen wie dem fehlenden Zugang zu Basismedikamenten, Verzögerungen bei der Überweisung an spezialisierte Gastroenterologen und dem Fehlen einer Patientenvereinigung, die Forderungen nach konventionellen und biologischen Therapien bei den Gesundheitseinrichtungen artikulieren könnte.
Experten empfehlen, bei anhaltenden Verdauungssymptomen einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Diagnose verbessere den Verlauf, und die Behandlung sollte von guter Ernährung, körperlicher Aktivität und psychologischer Unterstützung begleitet werden. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Patienten Zugang zu den geeigneten Medikamenten haben und diese über einen längeren Zeitraum hinweg einnehmen können“, schließt Dr. González.