Friedhofswärter unterschreibt wertlose Schecks der Gemeinde Valenzuela

Die Gemeinde Valenzuela unter Bürgermeisterin Mirtha Fernández (PLRA) muss 115 Millionen Guaraníes zahlen, nachdem zwei Schecks ohne Deckung ausgestellt wurden. Unterzeichner war José Flores, der als Friedhofswärter und Krankenwagenfahrer arbeitet, aber nicht in offiziellen Gehaltslisten auftaucht. Die oppositionelle Fraktion fordert Aufklärung.

Die Gemeinde Valenzuela, deren Bürgermeisterin die umstrittene Mirtha Fernández (PLRA) ist, wurde kürzlich aufgefordert, 115 Millionen Guaraníes zu zahlen. Grund sind zwei ungedeckte Schecks, die im Oktober 2025 an Marcos Torres Aguilera ausgestellt wurden, wie ABC Color berichtet. Ein Gerichtsvollzieher habe die sofortige Zahlung angeordnet, nachdem ein Zivilprozess eingeleitet worden war.

Der oppositionelle Gemeinderat Néstor Cantero (Colorado-Partei) erklärte, das Gericht erster Instanz von Caacupé habe die Junta Municipal lediglich informiert. Man wisse nicht, wofür die Schecks über 105 und 120 Millionen Guaraníes ausgestellt wurden. Besonders brisant: Unterzeichner José Flores sei kein Verwaltungsangestellter, sondern arbeite als Friedhofswärter und gelegentlich als Fahrer des Gemeindekrankenwagens. Cantero kündigte an, von der Bürgermeisterin Auskunft zu verlangen und Flores vorzuladen, um zu klären, warum er einen Gemeindescheck unterschrieben habe.

Laut ABC Color taucht José Flores in keinem offiziellen Dokument der Gemeinde Valenzuela auf – weder in der Gehaltsliste der Generalstaatsanwaltschaft (CGR) noch im Portal des öffentlichen Dienstes. Die monatliche Gehaltsliste auf der Regierungsseite sei nicht aktualisiert. „Er ist ein Angestellter, wir wissen, dass er schon lange arbeitet, aber wir müssen wissen, ob er freiwillig unterschrieben hat oder gezwungen wurde. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Bürgermeisterin ihre Mitarbeiter in unregelmäßige Vorgänge verwickelt – das ist bereits mit ihrer Generalsekretärin und ihrem Buchhalter passiert, die jetzt zusammen mit ihr vor Gericht stehen“, sagte Cantero.

Mirtha Fernández steht bereits wegen eines mutmaßlichen Veruntreuung von 1.999 Millionen Guaraníes während ihrer Amtszeit 2019 vor Gericht. Mit ihr sind sechs weitere Personen wegen Untreue und krimineller Vereinigung angeklagt; zwei wurden bereits verurteilt. Der Prozess befindet sich in der Zeugenaussagephase. Zudem wurde sie kürzlich wegen eines angeblichen Defizits von 300 Millionen Guaraníes aus den Jahren 2022–2023 angeklagt, zusammen mit fünf weiteren Gemeindemitarbeitern.