Ex-IPS-Ratsmitglied fordert Abschaffung des Verwaltungsrats und beschreibt interne Entscheidungsabläufe

Carlos Pereira, ehemaliges Mitglied des Verwaltungsrats des Instituto de Previsión Social (IPS), hat in einem Radiointerview die Abschaffung des Gremiums vorgeschlagen und detailliert geschildert, wie Beschaffungs- und Entscheidungsprozesse innerhalb der paraguayischen Sozialversicherungsanstalt ablaufen. Er betonte, dass Verantwortung für Unregelmäßigkeiten „höchstpersönlich“ sei und lobte die Ernennung des aktuellen Präsidenten.

Der ehemalige Ratsherr des paraguayischen Sozialversicherungsinstituts (IPS), Carlos Pereira, hat in einem Interview mit Radio 1080 AM die Abschaffung des Verwaltungsrats der Anstalt gefordert und gleichzeitig einen detaillierten Einblick in die internen Abläufe von Beschaffung und Logistik gegeben. Wie El Nacional berichtet, beschrieb Pereira einen mehrstufigen Prozess: „Das IPS erfasst alle Bedarfe nach Krankheitsarten und inventarisiert sie. Schritt zwei ist die Gesundheitsverwaltung. Die dritte Instanz ist die Beschaffungs- und Logistikabteilung.“

Anschließend, so Pereira, werde der Vorgang an die Einkaufs- und interne Verwaltungsabteilung weitergeleitet. „In der Beschaffungs- und Logistikabteilung wird die Ausschreibungsunterlage erstellt. Im fünften Schritt wird sie dem Rat vorgelegt“, erläuterte der ehemalige Funktionär. Jegliche Verantwortung für Unregelmäßigkeiten müsse individuell in jeder Phase geprüft werden: „Wenn es eine Verantwortung gibt, ist sie höchstpersönlich, und wenn es eine Unregelmäßigkeit gibt, muss man sehen, in welchem Moment und warum sie geschah“, so Pereira.

Der Ex-Ratsherr äußerte sich auch positiv über die Ernennung des aktuellen IPS-Präsidenten durch Präsident Santiago Peña. „Der Präsident der Republik hat die beste Ernennung vorgenommen – eine Person aus dem Ärztestand, eine integrale Person mit Führungsqualitäten“, sagte er. Gleichzeitig kritisierte Pereira mangelnde Kontinuität: „Man schlägt Dinge vor, sie werden nicht behandelt, oder wenn sie behandelt werden, werden sie nie abgeschlossen oder es gibt kein Follow-up – und genau dort liegen die Lösungsalternativen.“

Abschließend stellte Pereira die derzeitige Organisationsstruktur des IPS grundsätzlich infrage. „Meiner Meinung nach sollte es in dieser Konfiguration, in dieser Organisationsstruktur keinen Rat mehr geben“, erklärte er. Seine Aussagen eröffnen die Debatte über die Verwaltungseffizienz und Entscheidungsmechanismen einer der wichtigsten Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitssystems Paraguays neu.