Der starke Rückgang des Dollars im April und das anhaltend niedrige Niveau in der ersten Maihälfte haben bei den paraguayischen Exporteuren Alarm ausgelöst. Besonders betroffen sind Sektoren wie Obst und Gemüse sowie die Maquiladora-Industrie, da sie Kosten in Guaraní haben und in Dollar fakturieren, was die Gewinnmargen drückt.
Der Minister für Industrie und Handel, Marco Riquelme, erklärte, die Lage sei kritisch. „Es wirkt sich stark aus, besonders auf die exportierenden Industrien, die ihre Kosten in Guaraní haben und in Dollar fakturieren. Der Erlös aus der Rechnung sinkt, aber die lokalen Kosten sinken nicht“, sagte er in einem Interview mit dem Radiosender 1020 AM.
Laut Riquelme versuchen die Exporteure, im Ausland höhere Preise auszuhandeln, um den Wechselkursverlust auszugleichen. Er räumt jedoch die Schwierigkeit ein: „Viele versuchen, die Produktkosten zu verhandeln, um die Preise im Ausland zu erhöhen, aber das ist kompliziert, weil Exportverträge in der Regel Volumen und Preise für ein ganzes Jahr festlegen.“
Der Dollarkurs lag Anfang April bei rund 6.500 Guaraní und Ende des Monats bei knapp 6.000 Guaraní, ein Niveau, das bis Mitte Mai anhielt. Die Exporteure haben bereits ihren Unmut geäußert und Maßnahmen der Zentralbank Paraguays (BCP) gefordert. Die Institution ihrerseits bekräftigte, dass sie nicht in den Devisenmarkt eingreifen werde, und führte den Abwärtstrend auf externe Faktoren wie die US-Politik und interne Faktoren wie den Dollarzufluss durch Exporte zu Jahresbeginn zurück.
Der Verband kleiner und mittlerer Bauunternehmen (Appec) warnte ebenfalls vor den direkten Auswirkungen des Wechselkurses auf den Produktionssektor und verstärkte damit die weit verbreitete Besorgnis unter den Wirtschaftsakteuren.