Paraguay will es Taiwan gleichtun: Regierung präsentiert ehrgeizigen „Paraguay 2X“-Plan

Die paraguayische Regierung unter Santiago Peña hat einen ambitionierten Wirtschaftsplan vorgestellt, der das Bruttoinlandsprodukt innerhalb von zehn Jahren verdoppeln soll. Das Vorhaben orientiert sich am Erfolgsmodell asiatischer Tigerstaaten wie Taiwan und sieht unter anderem ein gemeinsames KI-Zentrum vor.

Governo paraguaio mira modelo taiwanês para duplicar PIB em dez anos
Governo paraguaio mira modelo taiwanês para duplicar PIB em dez anos

Die paraguayische Regierung verfolgt einen ehrgeizigen Kurs: Mit dem Plan „Paraguay 2X“ soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes binnen zehn Jahren auf 84 Milliarden US-Dollar verdoppelt werden. Das berichtet die Zeitung Ultima Hora unter Berufung auf das Ministerium für Industrie und Handel (MIC). Das Vorhaben orientiert sich ausdrücklich am wirtschaftlichen Aufstieg Hongkongs, Singapurs, Südkoreas und Taiwans – Länder, die eine schnelle Industrialisierung mit Schwerpunkt auf technologischer Expansion durchliefen.

Der Masterplan umfasst 400 konkrete Maßnahmen, die die Produktionsstruktur des Landes grundlegend verändern sollen. Das MIC hat aus einem Universum von 2.000 Produkten 13 strategische Sektoren identifiziert – darunter Lebensmittel, Metallurgie und Textilien – die zusätzliche 8,5 Milliarden US-Dollar in die Wirtschaft pumpen könnten. Gleichzeitig setzt die Regierung auf den Ausbau der Wasserstraße (Hidrovía) und des bi-ozeanischen Korridors, um Frachtkosten zu senken und die Exportwettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Ein zentraler Pfeiler des Plans ist die Nutzung der reichlich vorhandenen sauberen und erneuerbaren Energie aus Wasserkraft, um nachhaltige Investitionen anzuziehen. In diesem Kontext steht auch das geplante gemeinsame Zentrum für souveräne Künstliche Intelligenz (KI) zwischen Paraguay und Taiwan, das mit paraguayischer Wasserkraft betrieben werden soll. Laut Ultima Hora fügt sich dieses Projekt nahtlos in die Ziele des „Paraguay 2X“-Plans ein. Allerdings werde der Engpass zunehmend durch neue Investitionen in die Energieerzeugung angesichts der wachsenden Nachfrage gebildet.

Präsident Santiago Peña betreibt zudem eine persönliche Außenwerbung, um die Standortvorteile Paraguays international zu vermarkten. Das Land soll als wettbewerbsfähigste Logistik- und Fertigungsplattform Südamerikas positioniert werden.