Die 22-jährige Tatiana Marset, Schwester des in die USA ausgelieferten Drogenhändlers Sebastián Marset, ist nach einem Krankenhausaufenthalt wieder in das Gefängnis Palmasola in Santa Cruz zurückgebracht worden. Sie war am Donnerstag wegen eines vermeintlichen Notfalls in das Hospital San Juan de Dios eingeliefert worden.
Nach Angaben des Gefängnisdirektors Juan Carlos Corrales ergaben Bluttests, Ultraschall- und Tomographieuntersuchungen eine Hepatitis-A-Erkrankung. Eine zunächst vermutete Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) bestätigte sich nicht. Corrales erklärte, die Patientin sei stabil gewesen und habe das Krankenhaus wieder verlassen können. Ihre medizinische Behandlung werde nun in der Gefängnisklinik fortgesetzt.
Der regionale Polizeikommandeur von Santa Cruz, David Gómez, berichtete, dass Marset in der Nacht über Übelkeit geklagt habe. Daraufhin sei eine richterliche Anordnung für den Transport in das Krankenhaus eingeholt worden. Die Überführung erfolgte unter starkem Polizeischutz.
Tatiana Marset befindet sich seit dem 13. März in Untersuchungshaft. Sie wurde im Zuge derselben Operation festgenommen, bei der auch ihr Bruder Sebastián Marset gefasst wurde. Die Vorwürfe gegen sie lauten auf Waffenhandel und kriminelle Vereinigungen. Sebastián Marset, der seit Mitte 2023 untergetaucht war, wurde noch am Tag seiner Festnahme an die USA überstellt. Ihm werden internationaler Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen.