Papst Leo XIV. hat die Einrichtung einer vatikanischen Kommission für künstliche Intelligenz (KI) genehmigt, die aus Mitgliedern verschiedener Dikasterien besteht, um Projekte zu koordinieren und interne Nutzungsrichtlinien für das Werkzeug festzulegen. Der kanadische Kardinal Michael Czerny, Präfekt des Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, wurde mit der Leitung der Initiative beauftragt.
In Paraguay griffen Kardinal Adalberto Martínez, Erzbischof von Asunción, und Bischof Ricardo Valenzuela von Caacupé die Ankündigung in Sonntagspredigten auf. Martínez betonte, dass KI bei kommunikativen Aufgaben helfen könne, warnte jedoch, dass ihr unbedachter Einsatz die kritische und reflexive Fähigkeit schwächen könne. Valenzuela unterstrich ebenfalls die Risiken einer verantwortungslosen Übernahme.
Der Salesianerpriester Samuel González, Delegierter für Kommunikation der Kongregation der Salesianer in Paraguay und in sozialen Netzwerken aktiv, teilte seine Erfahrungen mit KI mit. Er erklärte, dass die Kirche seit dem Pontifikat von Franziskus versuche zu erkennen, wie sie mit neuen Technologien arbeiten könne, ohne die Qualität des menschlichen Kontakts zu verlieren. González koordiniert die offiziellen Konten der Salesianer und betreibt die Website „Semilla de Mostaza“.
Das Motto des Weltkommunikationstags 2026, „Das menschliche Antlitz bewahren“, spiegelt diese Sorge wider. Laut González hat die Kirche den sogenannten „digitalen Auftrag“ angenommen und behandelt die digitale Welt als einen neuen zu evangelisierenden Kontinent. Er betont, dass es nicht darum gehe, die Technologie zu fürchten oder abzulehnen, sondern sie mit Kreativität und kritischem Denken zu nutzen und die Nähe zu den Gläubigen zu bewahren.