Asunción – Dreizehn Jahre mussten die paraguayischen Fans warten, doch am Mittwochabend wurde die Geduld belohnt: Die US-amerikanische Nu-Metal-Band Korn gab im Jockey Club Paraguayo ein mitreißendes Konzert, das die 90er Jahre wieder aufleben ließ. Die Atmosphäre war von Anfang an elektrisierend, als sich bereits am frühen Nachmittag Tausende Headbanger vor den Toren versammelten, um einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern.
Die Vorband Nhandei Zha heizte das Publikum ab 18:15 Uhr ein, gefolgt von Seven Hours After Violet, der neuen Band von System-of-a-Down-Bassist Shavo Odadjian. Die kanadische Band Spiritbox, angeführt von Courtney LaPlante, lieferte einen technisch anspruchsvollen und emotionalen Auftritt, der die Stimmung weiter anheizte.
Gegen 22:00 Uhr erlosch das Licht, und die ersten Töne von „Blind“ ließen die Menge explodieren. Frontmann Jonathan Davis, bekannt für seine raue Stimme und seine Bühnenpräsenz, führte die Band durch eine Setlist, die Klassiker wie „Somebody Someone“ und „Freak On A Leash“ umfasste. Letzterer wurde zu einem der Höhepunkte des Abends, als der berühmte Scat-Gesang von Davis von Tausenden Kehlen mitgesungen wurde.
Ein besonderer Moment war der Einsatz der Gaita (Dudelsack) durch Davis, der das Lied „Shoots and Ladders“ ankündigte. Die Verbindung von schottischer Folklore und modernem Nu-Metal sorgte für Gänsehaut und zeigte die kulturelle Tiefe der Band. Die Lichtshow und die Soundqualität unterstrichen die düstere Atmosphäre, die Korn seit jeher auszeichnet.
Die paraguayischen Fans, bekannt für ihre Leidenschaft, feierten jede Note und machten die Nacht zu einem unvergesslichen Erlebnis. „Es war eine Installation aus Klang, Licht und kollektiver Erinnerung“, schrieb die Zeitung Última Hora. „Korn hat bewiesen, dass ihre Relevanz nicht Nostalgie, sondern pure Kraft ist.“