Der Oberste Gerichtshof Paraguays hat am Donnerstag den präventiven Habeas-Corpus-Antrag des ehemaligen Senators Erico Galeano abgelehnt. Galeano war in einem Strafverfahren zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte nach seinem Rücktritt als Parlamentarier die Anordnung von Untersuchungshaft beantragt. Die Richter Manuel Ramírez Candia, Carolina Llanes und Luis María Benítez Riera entschieden einstimmig, dass eine mögliche Anordnung der Untersuchungshaft durch das zuständige Gericht nicht rechtswidrig wäre, da die Verurteilung rechtskräftig sei.
Bereits am Morgen hatte die Verteidigung Galeanos einen Einspruch gegen die Anberaumung der Anhörung zur Haftprüfung eingelegt, die für 9:30 Uhr angesetzt war. Dadurch wurde die Sitzung vor dem Strafgericht ausgesetzt. Die Richter Pablino Barreto, Juan Dávalos und Inés Galarza wiesen den Einspruch zurück, ließen jedoch die Berufung zu. Damit bleibt Galeano vorerst auf freiem Fuß, mindestens bis Montag.
Galeano, der früher der Colorado-Partei angehörte, äußerte sich im Justizpalast ausführlich zu den Vorwürfen. Er bestritt jegliche Verbindung zum uruguayischen Drogenhändler Sebastián Marset, der ebenfalls in Paraguay aktiv war. „Es gibt kein Foto aus der Zeit von Sebastián Marset bei Deportivo Capiatá mit mir. Es wird auch keines geben, weil ich in dieser Zeit nicht bei Deportivo war. Ich kenne Marset nur aus der Presse“, sagte Galeano laut dem Nachrichtenportal Ultima Hora. Er beklagte zudem eine „juristische und politische Hinrichtung“ und kritisierte Präsident Santiago Peña: „Er hat sich mit dem Programm ‚Hambre Cero‘ geirrt. Er hätte die öffentliche Gesundheit und Bildung priorisieren müssen.“
Galeano verwies auf seine politischen Verdienste, etwa den Bau einer Notaufnahme im Krebskrankenhaus INCAN und eines Mutter-Kind-Zentrums in Areguá. „Das ist die Essenz von Erico Galeano“, sagte er.