Mütter in Paraguay: Stütze der Wirtschaft, aber weiterhin mit Ungleichheiten konfrontiert

Laut Daten des INE leben in Paraguay rund 1,43 Millionen Mütter, von denen 876.000 erwerbstätig sind. Sie stellen 25,6 % der Erwerbsbevölkerung und führen 36 % der Haushalte. Trotz ihrer wachsenden Rolle im Arbeitsmarkt bestehen weiterhin strukturelle Hürden wie informelle Beschäftigung und unbezahlte Sorgearbeit.

Mães paraguaias sustentam lares e mercado de trabalho, mas desigualdades persistem
Mães paraguaias sustentam lares e mercado de trabalho, mas desigualdades persistem

In Paraguay leben nach Angaben des Instituto Nacional de Estadística (INE) rund 1.434.370 Mütter. Wie die Nachrichtenportale El Nacional und 1000 Noticias unter Berufung auf die Encuesta Permanente de Hogares Continua (EPHC) 2025 berichten, sind etwa 876.000 von ihnen erwerbstätig. Damit stellen Mütter rund 25,6 % aller Beschäftigten des Landes.

Die Daten zeigen zugleich die prekäre Lage vieler Mütter: Rund 292.000 arbeiten als Selbstständige, 224.000 im Privatsektor und etwa 141.000 in bezahlter Hausarbeit. Knapp 60.000 leisten unbezahlte Familienarbeit, während 38.000 als arbeitslos gemeldet sind und aktiv nach einer Stelle suchen. Die hohe Konzentration in informellen und schlecht bezahlten Tätigkeiten bleibt eine zentrale Herausforderung.

Besonders hervorzuheben ist, dass 36 % aller paraguayischen Haushalte von einer Mutter geführt werden, wie 1000 Noticias betont. Das INE weist zudem darauf hin, dass 73 % der Mütter in städtischen Gebieten leben, während die 27 % auf dem Land weiterhin größere Schwierigkeiten beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Arbeitsplätzen haben.

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist in den letzten zehn Jahren gestiegen: Derzeit sind 60,8 % der Frauen im erwerbsfähigen Alter aktiv am Arbeitsmarkt beteiligt, vor allem in den Bereichen Handel und Dienstleistungen. Dennoch bleibt die Kluft zu Männern sowohl bei den Chancen als auch bei den Löhnen und der Formalisierung der Beschäftigung groß. Laut INE und Arbeitsministerium konzentrieren sich über 70 % der erwerbstätigen Frauen in städtischen Gebieten, viele von ihnen vereinbaren bezahlte Arbeit mit unbezahlter Sorgearbeit im Haushalt.

Im Kontext des Muttertages, der am 15. Mai begangen wird, verdeutlichen die Zahlen eine unerledigte Debatte: die wirtschaftliche und gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit von Müttern. Obwohl sie einen großen Teil der Haushaltswirtschaft tragen und ihre Erwerbsbeteiligung wächst, bestehen weiterhin strukturelle Barrieren im Zusammenhang mit Mutterschaft, Arbeitsmarktvorurteilen und fehlenden familienpolitischen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.