Der vor weniger als einem Monat ernannte Präsident des Instituto de Previsión Social (IPS), Dr. Isaías Fretes, hat bei einem unangekündigten Besuch in der Wäscherei des Zentralkrankenhauses mehrere seit Jahren defekte Geräte vorgefunden. In einem Interview mit ABC Cardinal berichtete Fretes, dass eine Bügelmaschine seit fast vier Jahren außer Betrieb sei und von fünf Waschmaschinen zwei nicht funktionierten. „Niemand hat sich je darum gekümmert, niemandem war es wichtig. Was ist passiert? Warum so viel Nachlässigkeit?“, fragte der Mediziner und Militärangehörige.
Fretes, der die Nachfolge von Jorge Brítez antrat, hatte bereits zuvor Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Medikamenten und Verbrauchsmaterialien angeprangert, die ungenutzt verfielen. Die Wäscherei sei für den Krankenhausbetrieb unerlässlich, betonte er. Zudem sei ein Badezimmer in derselben Abteilung seit längerem in Reparatur, doch die beauftragte Firma habe die Arbeiten ohne Erklärung abgebrochen. Fretes kündigte an, die Vertragserfüllung einzufordern.
Der IPS-Präsident wies auf ein monatliches Defizit von 20 bis 26 Millionen Dollar hin und forderte dringende Maßnahmen. Bereits angekündigt wurde die Streichung von fast tausend Medikamenten aus dem Vademekum, die zwar beschafft, aber nicht verwendet wurden. Zudem erwägt Fretes, medizinische Geräte per Leasing zu beschaffen, um Mittel direkt für die Patientenversorgung einzusetzen.
Positiv hob Fretes die Arbeit des chirurgischen Teams hervor, das kürzlich die 20. erfolgreiche intrauterine Operation zur Korrektur einer angeborenen Fehlbildung durchführte. Dieses Team sei einzigartig in Paraguay und eines von nur zwei in Lateinamerika; die Kosten eines solchen Eingriffs bezifferte er auf 170.000 bis 200.000 Dollar. Er appellierte an die Beitragszahler – Arbeitnehmer und Arbeitgeber –, sich über die Vorgänge im IPS zu informieren, und dankte den Medien für ihre Berichterstattung als „Schutzfaktor“ für seine Arbeit.