Während der mutmaßliche uruguayische Drogenhändler Sebastián Marset mit der US-Justiz über einen Schulddeal verhandelt, ist seine Ex-Frau Gianina García Troche in Paraguay formell der Geldwäsche angeklagt worden. Die zeitliche Koinzidenz markiert ein weiteres Kapitel im Fall A Ultranza Py.
Richter Rossie Alston Jr. vom Gericht in Alexandria im Bundesstaat Virginia vertagte Marsets Anhörung auf den 1. Juli um 10 Uhr auf Antrag der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft. Die neue Frist soll den Anwälten Zeit geben, das von der Anklage vorgelegte „Angebot eines Schulddeals“ zu prüfen. Die Bundesstaatsanwaltschaft unter der Leitung von Staatsanwalt Anthony T. Aminoff hat bereits 22 GB an Beweisen gegen Marset zusammengetragen, was etwa 4 Millionen Textseiten oder 5.500 Handyfotos entspricht. Das Material umfasst elektronische Kommunikation auf Spanisch und Portugiesisch, die von Servern im Ausland beschafft wurde.
Marset, der bereits auf sein Recht auf ein schnelles Verfahren verzichtet hatte, stimmte der Vertagung zu. Es wird erwartet, dass er sich im Austausch für eine reduzierte Strafe schuldig bekennt.
Parallel dazu erhob der Anti-Drogen-Staatsanwalt Deny Yoon Pak in Asunción formelle Anklage gegen Gianina García Troche, 33, Uruguayerin und Ex-Frau von Marset. Laut der Anklageschrift soll García Troche eine Schlüsselrolle im Geldwäschesystem des internationalen Kokainhandels gespielt haben. Sie soll im Mai 2021 zusammen mit Alexis Vidal González, der ebenfalls im Fall A Ultranza Py angeklagt ist, Briefkastenfirmen wie die Grupo San Jorge SA (bekannt als Total Cars) gegründet haben. Die Firma mit einem Grundkapital von 1 Milliarde Guaraní wurde von García Troche (75 %) kontrolliert und diente der Ausstellung falscher Rechnungen und der Bewegung illegaler Gelder, unter anderem zur Sponsoring von Sport- und Kampfsportveranstaltungen.
Die Anklage wirft García Troche zudem vor, ein Bankkonto mit einer gefälschten Arbeitsbescheinigung eröffnet zu haben, in der sie sich als Eigentümerin eines Lastwagens der Transportadora Kuarahy SRL ausgab, um das schmutzige Geld in das formelle Finanzsystem einzuschleusen. Obwohl Marset aus dem Untergrund ihre Beteiligung bestritten hat, stufen Polizeinachrichtendienste sie als „Vermittlerin, Verwalterin und Strohfrau“ der Organisation ein.
García Troche kam am 21. Mai 2025 in Paraguay an, nachdem sie 2024 in Spanien festgenommen worden war, als sie aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückkehrte. Sie war seit 2022 untergetaucht. Ihre Inhaftierung im Land war von Kontroversen begleitet: Zwei Leiter des Militärgefängnisses Viñas Cué verloren ihre Posten, weil sie ihr angeblich Privilegien wie eine fast VIP-Zelle gewährt hatten. Derzeit ist sie im Gefängnis von Emboscada inhaftiert.