An diesem Dienstag, dem 19. Mai, um 19 Uhr zeigt die Alliance Française in Asunción (Mcal. Estigarribia 1039) Miséricorde (2024), den achten Spielfilm des französischen Regisseurs Alain Guiraudie. Die Vorführung ist Teil der Sonderreihe des Filmfestivals von Cannes und wird auf Französisch mit spanischen Untertiteln gezeigt.
Der Film begleitet Jérémie (Félix Kysyl), einen jungen Mann, der in die abgelegene Gemeinde Saint-Martial in der Region Aveyron zurückkehrt, um an der Beerdigung seines ehemaligen Arbeitgebers, des örtlichen Bäckers, teilzunehmen. Als er im Haus der Witwe Martine (Catherine Frot) übernachtet, löst er ein Netz aus latenten Feindseligkeiten, unterdrückten Begierden und kollektivem Misstrauen aus. Die Trauer verwandelt sich schnell in ein Spiel von Manipulationen mit hoher moralischer Ambiguität, in dem sich homoerotische und heteroerotische Triebe mit der Nähe des Todes verflechten.
Guiraudie, geboren 1964, ist bekannt für Werke wie Der Fremde am See (2013), die bereits nicht-heteronormatives Begehren in natürlichen Räumen und die Dekonstruktion moralischer Grenzen erkundeten. In Miséricorde, das in der Sektion Cannes Première gezeigt wurde, überträgt er diese Spannungen auf das Mikrokosmos des zeitgenössischen Landlebens und schafft eine bedrückende, aber von subtiler Ironie durchzogene Atmosphäre.
Die internationale Kritik hob die schauspielerischen Leistungen von Kysyl und Frot hervor sowie die Fähigkeit des Drehbuchs, katholische Schuld, soziale Heuchelei und gemeinschaftliche Isolation ohne moralisierende Zugeständnisse zu behandeln. Das Werk gilt als reife Weiterentwicklung in Guiraudies Filmografie und festigt seinen Ruf als Meister der Genrehybride im Autorenkino.
Die Initiative wird von der französischen Botschaft in Paraguay und der Banco Sudameris unterstützt. Eintrittskarten können vor Beginn der Vorführung an der Abendkasse erworben werden.