Die Asociación de Pacientes Oncológicos del Instituto de Previsión Social (Apodips) hat sich mit einem offenen Brief an den Präsidenten des IPS, Dr. Isaías Ricardo Fretes, gewandt und die sofortige Ausrufung eines institutionellen Gesundheitsnotstands gefordert. Wie die paraguayische Tageszeitung Ultima Hora berichtet, verweist die Organisation auf gravierende strukturelle, administrative und versorgungstechnische Mängel, die tausende Versicherte täglich beeinträchtigen.
Die Forderung kommt nur einen Tag, nachdem die Abgeordnetenkammer am Dienstag einem Gesetzesentwurf zur Notstandserklärung für die Sozialversicherung zugestimmt hatte. Der Entwurf liegt nun dem Senat vor. Apodips warnt, dass die unzureichende oder verspätete Bereitstellung von essenziellen Medikamenten – insbesondere von Onkologika und Arzneimitteln gegen chronische Erkrankungen – die Behandlungskontinuität und das Leben der Patienten gefährde. Zudem kritisiert die Vereinigung die starke Zentralisierung der IPS-Dienste in der Hauptstadt.
In dem Schreiben werden lange Wartelisten, ein Mangel an Arztterminen, zu wenig Fachpersonal und eine unzureichende Anpassung der Leistungen an die steigende Nachfrage angeprangert. Apodips verlangt eine umfassende und transparente Prüfung der Medikamentenbeschaffung sowie der Schulden gegenüber Pharmaunternehmen. Darüber hinaus fordert die Organisation eine organisatorische Neuausrichtung des IPS mit besonderem Fokus auf die Verwaltung und den Rücktritt der derzeitigen Vorstandsmitglieder, da die Krise tiefgreifende personelle Veränderungen erfordere.
Zu den vordringlichsten Maßnahmen zählen laut Apodips die Aufstockung der Sprechstunden, die Modernisierung des Terminsystems sowie die Einstellung weiterer Ärzte, Pflegekräfte und spezialisierter Fachkräfte.