Der ehemalige Abgeordnete und frühere Präsident des Richteranklageausschusses (JEM), Orlando Arévalo, hat seine für diesen Donnerstag angesetzte Vernehmung vor der Staatsanwaltschaft verschoben. Wie die paraguayische Tageszeitung Ultima Hora berichtet, sollte Arévalo vor dem Staatsanwalt Eugenio Ocampos von der Strafverfolgungsbehörde (Unidad 6) aussagen. Die Verteidigung beantragte jedoch eine Kopie der Ermittlungsakte und verzichtete auf eine Aussage. Der Staatsanwalt kündigte an, einen neuen Termin für die Einvernahme anzusetzen.
Hintergrund ist eine Anzeige von Ángela Álvarez Riveros, die Arévalo im September 2025 als Anwalt beauftragt hatte. Laut der Anzeige zahlte sie dem Juristen, der Teil der Kanzlei Arévalo Zielanko y Asociados ist, 130 Millionen Guaraníes in bar. Arévalo habe versprochen, die Haftentlassung von Hugo Martínez Aquino zu erwirken, der wegen schweren Diebstahls angeklagt war. Die Anzeige wirft Arévalo vor, keinerlei Schritte unternommen und das Geld nicht zurückgezahlt zu haben.
Die Vorwürfe reihen sich in eine Serie von Ermittlungen gegen Arévalo ein. Ultima Hora zufolge wurde die Anzeige bereits im Februar 2026 eingereicht. Arévalo steht zudem im Zusammenhang mit durchgestochenen Chatverläufen unter Korruptionsverdacht. Ein Richter hatte zuvor einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens gegen den Ex-Politiker abgelehnt.