Paraguay 2X: Verdoppelung des BIP erfordert zusätzliche halbe Itaipú

Um das Bruttoinlandsprodukt in zehn Jahren zu verdoppeln, benötigt Paraguay laut einer Analyse der Industrie- und Energiebehörden zusätzliche 7.000 Megawatt – etwa die Hälfte der Kapazität des Wasserkraftwerks Itaipú.

Para dobrar o PIB, Paraguai precisa de energia equivalente a meia Itaipu, alerta estudo
Para dobrar o PIB, Paraguai precisa de energia equivalente a meia Itaipu, alerta estudo

Die paraguayische Regierung hat mit dem Plan „Paraguay 2X“ ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll innerhalb von zehn Jahren von rund 42 Milliarden auf 84 Milliarden US-Dollar steigen – eine Verdoppelung, die an die Entwicklung der asiatischen Tigerstaaten erinnert. Wie die Zeitung Última Hora berichtet, hängt der Erfolg dieses Vorhabens jedoch entscheidend von der Verfügbarkeit von Energie ab.

Laut einer Analyse des Zentrums für Wirtschaftsstudien (CEE) der Industriellenvereinigung Paraguays (UIP) müssten in den nächsten zehn Jahren rund 7.000 Megawatt (MW) neue Leistung ins Stromnetz eingespeist werden. Das entspricht etwa der Hälfte der installierten Kapazität des binationalen Wasserkraftwerks Itaipú (14.000 MW). Die Studie trägt den Titel „Paraguay am Scheideweg: Stromausfall oder Sprung in die Entwicklung?“ und zeigt, dass die Stromnachfrage mit jedem Prozent BIP-Wachstum um 1,5 Prozent steigt. Ohne einen Ausbau der verfügbaren Leistung könne das BIP maximal um 1,8 Prozent pro Jahr wachsen – weit entfernt von den für Paraguay 2X nötigen 7,5 Prozent jährlich.

Der staatliche Stromversorger ANDE hat zwar einen Masterplan für den Zeitraum 2021–2040 vorgelegt, doch die Umsetzung hinkt hinterher. Der Ingenieur Guillermo Krauch vom Institut paraguayischer Fachleute des Elektrizitätssektors (IPPSE) warnte gegenüber Última Hora, dass die wirtschaftliche Entwicklung Paraguays zu stagnieren drohe, wenn die Investitionen in die Strominfrastruktur nicht beschleunigt würden. Die tatsächlichen Verbrauchsspitzen lägen bereits weit über den Prognosen, was den Druck auf Reservekapazitäten erhöhe.

Das Ministerium für Industrie und Handel (MIC) treibt den Plan Paraguay 2X voran, doch ohne einen raschen Ausbau der Stromerzeugung – etwa durch neue Wasserkraft, Solarenergie oder Verträge mit Nachbarländern – droht das Vorhaben an der Energieversorgung zu scheitern.