Paraguay ist nicht länger bevorzugte Route des Drogenhandels, zeigt Bericht

Daten von InSight Crime zeigen einen Rückgang der Kokainbeschlagnahmungen in Paraguay um 82,6 % im Jahr 2025, was darauf hindeutet, dass das Land nach verstärkten Kontrollen und internationaler Zusammenarbeit nicht länger der zentrale Korridor des Drogenhandels nach Europa ist.

Paraguay hat einen historischen Wendepunkt im Kampf gegen den Drogenhandel erzielt, so der jüngste Balance Anual de Incautaciones de Cocaína, erstellt von der Stiftung InSight Crime. Das Land, das vor drei Jahren als zentraler Korridor des Kokainschmuggels nach Europa galt, mit bis zu 66 Tonnen, die in europäischen Häfen mit paraguayischer Herkunft beschlagnahmt wurden, verzeichnete einen Rückgang der Beschlagnahmungen im Inland auf etwa eine Tonne im Jahr 2025 – ein Rückgang von 82,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Innenminister Enrique Riera teilte die Grafik des Berichts auf seinem X-Konto mit und betonte, dass der Rückgang kein Zeichen für eine Verringerung der regionalen Produktion sei – die in Kolumbien und Bolivien weiterhin Rekordniveaus erreicht –, sondern vielmehr das Ergebnis einer Null-Toleranz-Politik und koordinierter Maßnahmen zwischen dem Innenministerium, der Nationalen Drogenbekämpfungsbehörde (SENAD), der Nationalpolizei und der Staatsanwaltschaft.

Nach Angaben der Behörden haben die verstärkten internen Kontrollen und die Präsenz des Staates Paraguay zu einem unattraktiven Ausgangspunkt für kriminelle Organisationen gemacht. Die Einführung von Scan-Technologie in Häfen und an Grenzen, der Einsatz von Drohnen und Radargeräten sowie die Zerschlagung interner logistischer Strukturen werden als entscheidende Faktoren genannt. Der sogenannte „Balloneffekt“ – die Verlagerung der Routen zu brasilianischen Häfen oder zum Pazifik – wird als direkte Folge des erhöhten Beschlagnahmungsrisikos im Land angeführt.

Ein weiterer Pfeiler der neuen Strategie war die Neudefinition der internationalen Zusammenarbeit. Nach einer Phase der Anpassungen in den Beziehungen zur DEA nahm die paraguayische Regierung die Zusammenarbeit unter neuen Effizienzstandards wieder auf, wobei Ermittlungen mit eigener und souveräner Intelligenz priorisiert wurden. Der aktuelle Fokus liegt darauf, die kriminelle Logistik von innen heraus zu zerschlagen, den zuvor bestehenden politischen Schutz zu beseitigen und hochkarätige Persönlichkeiten vor Gericht zu bringen.

Der Bericht von InSight Crime, der auf offiziellen Quellen und lokalen Medien jedes Landes basiert, stuft Paraguay weit unter Nachbarn wie Brasilien und Argentinien ein, was das festgestellte Transitvolumen betrifft. Für die Regierung ist die „Stille auf den Drogenrouten“ das Geräusch der Kontrolle, die sich endlich durchsetzt, und festigt das Land als sichereres Umfeld für Investitionen und Wirtschaftswachstum.