Präsident Santiago Peña hat nach dem Tedeum zum 215. Jahrestag der Unabhängigkeit Paraguays seine Regierungsbilanz verteidigt und zugleich eingeräumt, dass noch viel Arbeit vor ihm liege. In einer kurzen Stellungnahme vor der Kathedrale von Asunción betonte Peña das Wirtschaftswachstum des Landes, das seiner Ansicht nach im Ausland mehr Anerkennung finde als im Inland.
„Wenn wir dieses Wirtschaftswachstum beibehalten, wird Paraguay in zehn bis fünfzehn Jahren das Land mit dem größten Fortschritt und der größten Entwicklung sein. Das wird manchmal von außen mehr geschätzt als von innen“, sagte der Staatschef laut dem Portal Última Hora.
Peña rief zu Geduld auf, um „weiter voranzukommen“, und nannte Transparenz, Arbeitsplatzschaffung und Investitionsanreize als weiterhin drängende Aufgaben. Bereits Anfang Mai hatte er seine Minister aufgefordert, „die Treppe mit zwei Schritten auf einmal zu nehmen“, zugleich aber einen Teil der gesellschaftlichen Unzufriedenheit auf jene zurückgeführt, die „es noch besser haben wollen“.
Der Präsident bestätigte die Notwendigkeit einer Steuerreform nach dem Prinzip, dass diejenigen mit höheren Einkommen mehr beitragen sollten, bekräftigte jedoch, dass eine solche Reform während seiner Amtszeit nicht umgesetzt werde. In der von ihm so genannten „zweiten Halbzeit“ seiner Regierung seien weitere Kabinettsumbildungen möglich; die Leistung der Minister werde nun nicht mehr viertel- oder monatlich, sondern ergebnisorientiert bewertet.