Die Nationalpolizei und die Staatsanwaltschaft Paraguays ermitteln im Mordfall María Celeste Colmán, 31, deren Leiche am Dienstagabend in einem Waldstück der Ortschaft Ita Yvate'i in Nueva Italia, Departamento Central, gefunden wurde. Ersten Untersuchungen zufolge wies das Opfer eine Schnittwunde am Hals auf; die Obduktion soll klären, ob sie schwanger war.
Staatsanwältin Viviana Llano, die den Fall leitet, hatte zunächst mitgeteilt, die Leiche sei zufällig von der Mutter des Verdächtigen entdeckt worden, die eine entlaufene Kuh suchte. Kommissar Flaminio Quinteros, Leiter der Kriminalermittlung im Departamento Central, erklärte jedoch, diese Version sei durch neue Beweise überholt.
Laut Quinteros soll der mutmaßliche Täter, der Lebensgefährte des Opfers, die Tat einem engen Freund gestanden haben. „Offenbar hat er einem Freund mitgeteilt, dass er der Frau mit einer Stichwaffe Verletzungen zugefügt habe, weil sie angeblich schwanger war und er damit nicht einverstanden war“, so der Kommissar. Der Freund alarmierte daraufhin die Mutter des Verdächtigen, die die Polizei zum Fundort der Leiche führte.
Die Staatsanwältin ordnete die Festnahme des Verdächtigen und die Vernehmung des Freundes als Zeugen an. In der Nacht durchsuchte die Polizei die Wohnung des Beschuldigten und stellte Kleidung sicher, die sich in einer Waschmaschine befand, mehrere Mobiltelefone – darunter eines, das dem Opfer gehört hatte – sowie ein Motorrad, das in Alto Paraná als gestohlen gemeldet war. Die Gegenstände wurden zur kriminaltechnischen Untersuchung gebracht.
Der Fall, der zunächst als Leichenfund behandelt wurde, wird nun als Femizid untersucht. Die Staatsanwaltschaft wartet auf die Ergebnisse der Obduktion und der kriminaltechnischen Untersuchungen, um die Todesumstände aufzuklären.