Die Verhandlungen über die Anpassung des paraguayischen Mindestlohns bleiben vorerst ohne Ergebnis. Wie die Zeitung El Nacional berichtet, endete die Sitzung der Comisión Nacional de Salario Mínimo (Conasam) zwischen Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften ohne Konsens. Das Arbeitsministerium kündigte jedoch an, dass bis zum 15. Juni eine endgültige Position erarbeitet und dem Präsidenten empfohlen werden soll.
Der stellvertretende Arbeitsminister César Segovia erklärte nach dem Treffen, die Gespräche würden in den kommenden Tagen fortgesetzt. Die Arbeitgeberseite werde formell auf den Vorschlag der Gewerkschaften antworten, den Mindestlohn um 22 % zu erhöhen. Die Arbeitgeber lehnen diese Forderung bereits ab und bestehen darauf, dass die Anpassung ausschließlich an die kumulierte Inflationsrate (Índice de Precios del Consumidor, IPC) gekoppelt sein müsse.
Der Gewerkschaftsvertreter Bernardo Rojas zeigte sich zuversichtlich, dass das nächste Treffen entscheidend sein werde. „Die Idee ist, dass in der nächsten Sitzung das Spiel entschieden wird“, sagte Rojas. Er kritisierte, dass bisher nur Positionen ausgetauscht worden seien, ohne konkrete Fortschritte. Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung um rund 647.000 Guaraníes, um den Kaufkraftverlust der Arbeitnehmer auszugleichen. „Das tut den Unternehmen nichts, es ist nicht viel“, so Rojas. Er verwies zudem auf eine Initiative zur Entkopplung des Mindestlohns von Steuern, die bereits von der Regierung geprüft werde.
Enrique Vidal Lovera, Vertreter der Arbeitgeber, bekräftigte die Position der Unternehmen, sich an den gesetzlich festgelegten Mechanismus zu halten, der eine Anpassung auf Basis der kumulierten Jahresinflation vorsieht. Die Diskussion bleibt offen, während die Erwartungen auf den endgültigen Prozentsatz steigen, der dem Präsidenten empfohlen wird. Der Kontext ist geprägt von Forderungen nach Wiederherstellung der Kaufkraft und Warnungen der Wirtschaft vor den Folgen einer übermäßigen Erhöhung.