Die paraguayische Senatskammer hat am Dienstag, dem 12. Mai 2026, in einer außerordentlichen Sitzung das Gesetzesprojekt für den „Tren de Cercanías“ (Nahverkehrszug) sowohl in allgemeiner als auch in besonderer Abstimmung mit einigen Änderungen verabschiedet. Damit erhält das Vorhaben eine erste parlamentarische Hürde und wird nun der Abgeordnetenkammer zur endgültigen Analyse vorgelegt. Dies berichtet die Zeitung El Nacional.
Die Initiative gilt als eines der wichtigsten Projekte der Regierung zur Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs und zur Verbesserung der Anbindung im Großraum Asunción. Ziel ist es, den Straßenverkehr zu entlasten und die Reisezeiten für tausende Pendler zu verkürzen. Nach offiziellen Prognosen soll der Zug täglich rund 40.000 Fahrgäste befördern können, was etwa 14 Millionen Nutzern pro Jahr entspricht.
Das Projekt sieht Investitionen in Höhe von schätzungsweise 450 Millionen US-Dollar vor. Während der Bauphase sollen rund 20.000 Arbeitsplätze entstehen, nach Inbetriebnahme etwa 500 direkte und dauerhafte Stellen. Die Regierung erwartet zudem eine Reduzierung von Reisezeitverlusten, Unfallkosten und gesundheitlichen Belastungen durch Luftverschmutzung. Auch die Betriebs- und Wartungskosten privater Fahrzeuge sollen sinken.
Der amtierende Präsident Pedro Alliana, der als verfassungsmäßiges Bindeglied zwischen Exekutive und Kongress fungiert, begrüßte die Zustimmung des Senats öffentlich. Er erklärte, die Teilverabschiedung sei ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des Landes im Verkehrsbereich und das Ergebnis politischen Dialogs und einer gemeinsamen Vision.
Das Projekt des Nahverkehrszugs liegt nun bei der Abgeordnetenkammer, die über die endgültige Verabschiedung entscheiden muss.