Anwohner fürchten Überflutung des Arroyo Ferreira und fordern Maßnahmen vom MOPC

In den Stadtteilen Republicano und Roberto L. Petit in Asunción fürchten über 150 Familien einen erneuten Ausbruch des Arroyo Ferreira. Ein Haus am Ufer droht einzustürzen. Seit über zehn Jahren fordern die Anwohner Schutzbauten, doch das MOPC zögert. Ultima Hora berichtet.

Moradores temem novo transbordamento do arroio Ferreira e cobram obras do MOPC
Moradores temem novo transbordamento do arroio Ferreira e cobram obras do MOPC

In den Stadtteilen Republicano und Roberto L. Petit in Asunción leben mehr als 150 Familien in ständiger Angst vor einem erneuten Hochwasser des Arroyo Ferreira. Bereits am 3. Mai war der Bach über die Ufer getreten und hatte zahlreiche Bewohner zur Flucht gezwungen. Wie die Zeitung Ultima Hora berichtet, droht nun ein Haus an der Ecke 33 Proyectada und República Francesa, das direkt am Steilufer steht, bei einem weiteren Anstieg des Wassers einzustürzen. Tiefe Risse durchziehen die Küchenwände; die Bewohner haben notdürftig Bleche angebracht, um das Regenwasser von der erodierten Erde fernzuhalten.

„Wir fordern seit mehr als zehn Jahren, dass endlich etwas getan wird“, sagte Ruth Amarilla, eine Anwohnerin, gegenüber Ultima Hora. „Es geht nicht um eine Betonmauer, sondern um Gabionen – denn eine Mauer würde bei dieser Höhe des Wassers nichts nützen.“ Die Gemeinde habe den Fall an das Ministerium für öffentliche Bauten und Kommunikation (MOPC) weitergeleitet, doch die bürokratischen Hürden seien enorm. „Immer fehlt ein Dokument, immer passiert etwas – während fünf von uns, die wirklich gekämpft haben, bereits gestorben sind, ohne einen Fortschritt zu sehen“, so Amarilla.

Die geplanten Schutzmaßnahmen sollen von der Avenida Félix Bogado bis zum Río Paraguay reichen. Doch die Bewohner kritisieren nicht nur die Verzögerungen beim MOPC, sondern auch den allgemeinen Verfall der Infrastruktur. In der Nähe der Escuela Nacional Dr. Ignacio A. Pane sind die Straßen voller Schlaglöcher und Unebenheiten, in denen sich Regenwasser sammelt. Anwohner berichten, dass farbige Vorwahlkämpfer kürzlich oberflächliche Arbeiten durchgeführt hätten, ohne technische Standards zu beachten. Zudem fehlten Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrsinseln, was zu gefährlichen Situationen mit Motorradfahrern führe. Die Schule habe bereits einen Antrag auf Straßensanierung gestellt, aber von der Stadtverwaltung unter Luis Bello sei keine Antwort gekommen.

Die Müllproblematik verschärft die Lage: Entlang der Avenida Japón, Antonio Samudio, José Martí, Capitán Fariña, Desiderio Villalón und 21 Proyectada liegen Abfälle verstreut. Die Anwohner fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen und fordern dringend Maßnahmen, bevor die nächste Regenzeit weitere Schäden anrichtet.