Wiens prangert Nutzung von Geldern binationaler Unternehmen zur Finanzierung von Trollen und Verfolgung von Oppositionellen an

Der abtrünnige Colorado-Präsidentschaftskandidat Arnoldo Wiens beschuldigte die Regierung, öffentliche Mittel binationaler Unternehmen zur Anheuerung von Trollen und digitalen Farmen zu verwenden, um kritische Stimmen anzugreifen. Die Äußerung fiel während einer Kundgebung in Piribebuy, wo er auch die Unterwerfung der Justiz und der Staatsanwaltschaft unter die politische Macht kritisierte.

Der Präsidentschaftskandidat der Bewegung Colorado Añetete, Arnoldo Wiens, erklärte, die Regierung verwende Gelder der binationalen Unternehmen, um Trolle und digitale Farmen zu finanzieren, die Andersdenkende verfolgen und Lügen über sie verbreiten. Die Äußerung fiel während einer Kundgebung zur Unterstützung der Kandidatur von Rubén González für das Bürgermeisteramt von Piribebuy, dem Bruder des abtrünnigen Abgeordneten Roberto González.

Wiens erwähnte auch den als „La Red Desinformante“ bekannten Skandal, bei dem rund eine halbe Million Dollar in Plattformen wie Meta und Google investiert worden sein sollen, um unabhängige Journalisten und politische Gegner anzugreifen. Präsident Santiago Peña versuchte, sich von einem der Hauptbeteiligten, Juan Roberto „Jimmy“ Villaverde Emategui, zu distanzieren, doch journalistische Aufzeichnungen belegen, dass Peña im Mai 2023 Villaverde als Verantwortlichen für seine digitale Präsenz bestätigte.

„Heute nutzen sie die Justiz und öffentliche Gelder, um jene zu verfolgen, die sich nicht unterwerfen“, erklärte Wiens, der auch den Obersten Gerichtshof und die Staatsanwaltschaft kritisierte und sagte, sie seien „der amtierenden Macht und der Macht des Geldes unterworfen“.

Der ehemalige Minister für öffentliche Bauten warnte zudem, dass unter öffentlichen Bediensteten und Führungskräften Angst vor politischen Repressalien herrsche. „Es gibt Leute, die sogar Angst haben, auf einem Foto zu erscheinen, weil danach Strafen oder Versetzungen folgen“, sagte er.

Wiens erinnerte außerdem an Korruptionsfälle und Privilegien innerhalb der Regierungspartei, wie die „chinesischen Schulpulte“ und die „Umschläge in Mburuvicha Róga“, während viele Familien sich kein Fleisch leisten könnten.