Die Nationale Elektrizitätsverwaltung Paraguays, ANDE, hat die finanziellen Angebote für zwei große Elektroinfrastrukturprojekte geöffnet, die als operatives Leasing ausgeführt werden sollen. Die Angebote belaufen sich auf 42,5 Millionen US-Dollar für die Umspannwerk Autódromo und 110,4 Millionen US-Dollar für die Umspannwerk Zárate Isla.
Für die Umspannwerk Autódromo, die am 1. Juli ausgeschrieben wurde, legten vier Konsortien Angebote vor. Das höchste Gebot in Höhe von 42.599.219,13 US-Dollar kam vom Unternehmen Benito Roggio e Hijos S.A.. Zwei gleichnamige Aratiri-Konsortien boten 42.528.914,84 US-Dollar bzw. 32.350.000 US-Dollar, während das Konsortium TI Leasing (Tocsa S.A. und Implenia S.A.) 32.349.907,98 US-Dollar anbot.
Die Sitzung war von gegenseitigen Einwänden geprägt. Das Konsortium TI Leasing warf Mitbewerbern vor, den veröffentlichten Höchstwert um 20 % zu überschreiten, was es als Grund für eine direkte Disqualifikation anführte. Benito Roggio e Hijos S.A. wiederum hinterfragte technische Aspekte der Projekte anderer Konsortien und behauptete, dass die angebotenen Grundstücke die geforderte Mindestgröße von 100m x 100m nicht erfüllten.
Für die Umspannwerk Zárate Isla, deren Angebotseröffnung am 10. Juli stattfand, beteiligten sich ebenfalls vier Gruppen. Das Konsortium Itay 220 (Tecnoedil S.A. und Ocho A S.A.) legte das niedrigste Angebot von 101,1 Millionen US-Dollar vor. Das höchste Gebot in Höhe von 110.413.435 US-Dollar kommt vom Konsortium CCR Zárate Isla (CIE S.A., Concret Mix S.A. und Rieder & Cía.). Alle Angebote lagen unter dem von der ANDE geschätzten Wert von 149,4 Millionen US-Dollar.
Auch in diesem Verfahren gab es technische Auseinandersetzungen. Das Konsortium CCR Zárate Isla erhob Einwände gegen andere Unternehmen und warf ihnen das Fehlen internationaler Zertifizierungen für die Geräte vor. Das Unternehmen T&C S.A. konterte seinerseits und hinterfragte die von zwei Konsortien vorgelegte Dokumentation für Umspannwerkmodule und Metallkonstruktionen.
Die ANDE verteidigt die Nutzung des operativen Leasings als ein Modell, das es ermöglicht, Hochspannungsinfrastruktur zu integrieren, ohne auf direkte öffentliche Verschuldung zurückgreifen zu müssen. Dabei wird das Baurisiko auf den privaten Auftragnehmer übertragen, der durch regelmäßige Zahlungen des Staatsunternehmens vergütet wird. Die Angebotsbewertungsausschüsse jeder Ausschreibung prüfen nun die rechtliche und qualitative Gültigkeit der Angebote und Einwände vor der endgültigen Zuschlagserteilung.
