Taiwans Botschaft leitet Aufräumaktion an der Costanera von Asunción und deckt chronische Krise der Bäche auf

Unter dem Motto „Limpiemos nuestra Costanera“ organisierten die Botschaft Taiwans und die Stadtverwaltung von Asunción eine große Aufräumaktion am Ufer der paraguayischen Hauptstadt. Die Aktion, an der Freiwillige und lokale Organisationen teilnahmen, machte auf die schwere Verschmutzung der Bäche Mburicaó, Antequera und Las Mercedes aufmerksam, die tonnenweise Müll und Abwasser in die Bucht von Asunción leiten. Experten weisen darauf hin, dass Aufräumaktionen ohne Abwasserentsorgung und Kontrolle nur Palliativmaßnahmen sind.

An einem Sonntagmorgen, der von Umweltengagement und internationaler Zusammenarbeit geprägt war, versammelten sich Dutzende Freiwillige an der Costanera von Asunción zu einer intensiven Müllsammelaktion. Die Aktion, organisiert von der Botschaft der Republik China (Taiwan) in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Asunción, dem Chinesischen Verein in Asunción und Gruppen ehemaliger Stipendiaten, zielte nicht nur darauf ab, den Strandbereich und die Bachufer zu revitalisieren, sondern auch einen Alarm über die Umweltkrise auszulösen, die die Hauptstadt betrifft.

Die Veranstaltung fiel mit der internationalen Forderung Taiwans nach Teilnahme an der Weltgesundheitsversammlung zusammen, mit dem Argument, dass Gesundheit und Umweltschutz universelle Anliegen seien, die keine diplomatischen Ausnahmen kennen sollten. Während des Vormittags erhielten die Teilnehmer Reinigungssets und Snacks und konnten eine beträchtliche Menge an Kunststoffen und anderen Schadstoffen aus der Region entfernen.

Trotz des Erfolgs der Mobilisierung bleibt die Realität der Bucht von Asunción kritisch. Die Wasserfläche leidet unter einem chronischen Degradationsprozess aufgrund hoher Konzentrationen von Fäkalcoliformen und Müllansammlungen. Der wahre Ursprung der Krise liegt in den Wasserläufen, die in die Bucht münden: Die Bäche Mburicaó, Antequera und Las Mercedes fungieren praktisch als „Förderbänder“ für Müll und unbehandelte Abwässer. An Tagen mit starkem Regen treten diese Kanäle über und spülen tonnenweise Abfälle direkt in den Río Paraguay und die Bucht, wodurch jeder Versuch einer Erholung des Raums zunichte gemacht wird.

Die Stadtverwaltung von Asunción hat bereits betont, dass ein Großteil des Problems im mangelnden Bewusstsein der Bevölkerung liegt. Es ist üblich, dass Anwohner die Sturzbäche oder die Ufer der Bäche nutzen, um Reifen, alte Haushaltsgeräte, Hausmüllsäcke und gebrauchte Windeln zu entsorgen. Obwohl die geltende Gesetzgebung die Müllentsorgung in Wasserläufen als schweres Vergehen einstuft – mit Geldstrafen, die 20 Mindestlöhne übersteigen können –, ermöglicht das Fehlen einer strengen Kontrolle und einer tiefgreifenden Umwelterziehung, dass die Straflosigkeit anhält.

Die Aktion an diesem Sonntag zeigt, dass es einen Teil der Zivilgesellschaft gibt, der bereit ist, für Veränderungen zu arbeiten. Diese freiwilligen Aufräumaktionen werden jedoch nur vorübergehende „Flickarbeiten“ sein, solange das grundlegende Problem nicht angegangen wird: die dringende Umstellung des Abwassersystems der Hauptstadt und die endgültige Beendigung der Nutzung der Bäche als illegale Mülldeponien.