Zwei Stadträte und der ehemalige Buchhalter der Gemeinde Jesús de Tavarangüe haben in einer Anhörung bestätigt, dass Bürgermeister Víctor Garay (ANR) eine "parallele Kommission" zur Verwaltung öffentlicher Gelder eingerichtet hat. Dabei sollen etwa 2,44 Milliarden Guaraníes an Sonderfonds abgezweigt worden sein, die 2022 für Bauvorhaben und den Erhalt des kulturellen Erbes bestimmt waren.
Die Stadträte Pedro Ramírez (ANR) und Antonio Rolón (PLRA) erklärten, dass der Gemeinderat niemals Zugang zu Dokumenten hatte, welche die Verwendung der Gelder aus den Gesetzen 5255/14 und 6145/18 rechtfertigten. Sie bestätigten, dass die Bauarbeiten mangelhaft ausgeführt wurden, viele unvollendet blieben und keine die Ausschreibungsverfahren der nationalen Vergabebehörde DNCP durchliefen, sondern über Ausnahmeregelungen vergeben wurden.
Stadtrat Rolón fügte hinzu, der Bürgermeister habe Unternehmen ohne technische Fähigkeiten beauftragt, deren Inhaberinnen "Hausfrauen und Lehrerinnen" gewesen seien. Der ehemalige Buchhalter Hugo Paniagua seinerseits sagte aus, er habe an der Erstellung von Berichten für den Rechnungshof mitgewirkt, könne sich aber nicht an spezifische Details zu Zahlungen und Dokumentation erinnern.
Die Staatsanwaltschaft hatte Garay im Dezember 2023 wegen Vertrauensbruchs angeklagt. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Elsa García hat die nächste Anhörung auf Freitag, den 10. Juli, festgesetzt.
