In Paraguay hat ein Rechtsstreit um zwei Schlepper zu einer Anzeige gegen Staatsanwalt Aldo Cantero geführt. Der Anwalt der beschuldigten Kapitäne, Eduardo Bernal, wirft Cantero vor, die Anklage überstürzt und ohne ausreichende Beweise erhoben zu haben. Der Fall, der nun vor Gericht geht, dreht sich um die Schlepper „Orgullo“ und „Ko’eti“.
Laut Ultima Hora begann der Konflikt mit einem Mietvertrag zwischen der Eigentümerin Naviera Cono Sur und der Firma HyA SA, vertreten durch den Reeder Francisco Vera Figueredo, im Jahr 2023. Am 5. April 2024 kündigte die Eigentümerin den Vertrag einseitig, obwohl eine Verlängerung bis 2026 vereinbart war. Die Kapitäne Andrónico Rolón und Carlos Santos weigerten sich, die Schiffe zu übergeben, und beriefen sich auf eine gerichtliche Verfügung.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Kapitänen und dem Reeder Vera unter anderem Aneignung, Nötigung und Gefährdung des Schiffsverkehrs vor. Der Anwalt Bernal bestreitet dies: Die angebliche Nötigung sei weder in Protokollen noch in Beweismitteln dokumentiert. „In dem Foto ist kein Hindernis zu sehen, die Schlepper sind frei“, sagte Bernal. Er kritisierte zudem, dass Staatsanwalt Cantero, der nur zwei Wochen lang mit dem Fall betraut war, die Anklage beschleunigt habe, ohne technische Gutachten abzuwarten.
Cantero wies die Vorwürfe zurück: „Alles ist im Beweismaterial enthalten, und der Fall wurde bereits vor Gericht gebracht.“ Er betonte, dass er nicht in den Medien diskutieren werde, da das Verfahren laufe. „Ich bin zu 100 % sicher, dass diese Kriminellen die Nötigung begangen haben“, sagte Cantero. Der Fall liegt nun bei Staatsanwältin Maricel Orihuela, die die Anklage in der vorläufigen Anhörung bestätigte.