Die Entscheidung des Consejo de la Magistratura (Magistraturrat), Staatsanwalt Aldo Cantero in die Terna für ein Richteramt aufzunehmen, sorgt für heftige Kritik. Wie die paraguayische Zeitung Ultima Hora berichtet, erhielt Cantero sieben Stimmen, während sein Kollege Deny Yoon Pak nur eine Stimme bekam – die des Obersten Gerichtsministers Luis María Benítez Riera.
Cantero steht in der Kritik wegen einer hohen Zahl von Einstellungsanträgen in seinen Ermittlungen. Der Vorschlag für seine Kandidatur kam vom Ratsvorsitzenden Gerardo Bobadilla und wurde von den Mitgliedern Alicia Pucheta, Enrique Berni, César Ruffinelli, Gustavo Miranda, dem Abgeordneten Édgar Olmedo und Senator Édgar López unterstützt.
Pak hingegen leitete die Großoperation „A Ultranza Py“, brachte den ehemaligen Senator Erico Galeano wegen mutmaßlicher Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor Gericht und erwirkte eine Verurteilung. Trotz seiner Erfolge gegen Drogenhandel erhielt er nur eine Stimme.
Der Abgeordnete Daniel Centurión forderte, Cantero müsse aus dem Justizsystem entfernt werden. „Unabhängig davon, was dieser Herr im politischen Bereich getan hat, braucht die Justiz Unabhängigkeit“, sagte er. Die Abgeordnete Rocío Vallejo betonte, es brauche integeren Personen, die für Transparenz in der Justiz stünden. Anwältin Cecilia Pérez erklärte: „Die Justiz ist verrottet.“
Die Kontroverse zeigt tiefe Risse im paraguayischen Justizsystem und wirft Fragen nach der Unabhängigkeit der Richterwahl auf.