Nach Jahren der Unsicherheit und einer finanziellen Notlage, die Bauprojekte und Zahlungen an Lieferanten lahmgelegt hatte, zeigt die Entidad Binacional Yacyretá (EBY) Anzeichen einer Erholung. Federico Vergara, Finanzchef der paraguayischen Seite, erklärte, dass eine operative Vereinbarung mit der argentinischen Regierung unter Präsident Javier Milei den Cashflow normalisiert und regelmäßige Zahlungen für erzeugte Energie ermöglicht habe.
Die Krise, die im März 2024 zur Ausrufung des finanziellen Notstands auf beiden Seiten führte, scheint überwunden. Laut Vergara hat sich die Situation seit Inkrafttreten der operativen Vereinbarung im Juni 2025 drastisch verbessert. Ein Schlüsselfaktor sei die Einhaltung der vereinbarten Tarife durch Argentinien, das 28 USD pro MWh zahlt. Diese Einnahmen ermöglichen es der EBY, Verpflichtungen aus der Vergangenheit zu begleichen, darunter Schulden bei Bauunternehmen für die Uferpromenaden von Encarnación (Projekte von 2012-2014) und finanzielle Verpflichtungen gegenüber Banken.
Die Verwaltung konnte die allgemeinen Ausgaben von durchschnittlich 34 Millionen USD (2022) auf etwa 19 Millionen USD (2025) senken, was durch strikte Sparmaßnahmen eine jährliche Einsparung von rund 15 Millionen USD bedeutet, so Vergara.
Im Hinblick auf die Elektrifizierung des Aña Cuá-Arms, die in früheren Jahren aufgrund fehlender Mittel ins Stocken geraten war, schreiten strategische Projekte nun mit eigenen Mitteln voran. Das Projekt ist operativ und die Zahlungen an Lieferanten erfolgen regelmäßig. Zwischen 2024 und März 2026 investierte die EBY über 100 Millionen USD aus eigenen Mitteln in das Projekt, dessen geschätzte Gesamtkosten 600 Millionen USD betragen.
Vergara hob auch die Ankunft von elektromechanischen Geräten (durch die Firma Rieder) für die Reparatur des Generatorparks hervor, eine Aufgabe, die er nach Jahren der technischen Vernachlässigung als „prioritär“ bezeichnete.
Trotz der finanziellen Erleichterung bleibt ein strukturelles Problem bestehen: die fehlende Genehmigung einer endgültigen Tarifregelung durch die Parlamente. „Wir befinden uns in einer Schwebe und warten darauf, dass der argentinische Kongress irgendwann die Nota Reversal 2-2017 behandelt. In der Zwischenzeit arbeiten wir an der Überprüfung und Aktualisierung dieser Zahlen auf Basis des Abschlusses von 2025“, erklärte Vergara.
Der Finanzmanager räumte ein, dass die Institution mit einer geringeren Anzahl von Mitarbeitern, etwa 1.200, auskommen könnte. Er betonte jedoch, dass die hohen Gehälter und Vergünstigungen durch binationalen Normen geregelt seien. Die finanzielle Umstrukturierung soll Ressourcen für den Personalabbau schaffen, und es wird darauf hingearbeitet, eine massive Einstellung neuer Mitarbeiter zu verhindern. Die Gehaltsstruktur sei Teil des Gründungsprinzips der EBY und in einem Protokoll des Vertrages verankert, das auch für beauftragte Unternehmen gelte.