Analyst sieht tiefe Interdependenz zwischen China und den USA trotz Spannungen

Der Politikwissenschaftler Esteban Caballero Carrizosa analysierte die Wiederannäherung zwischen Washington und Peking nach einem Präsidententreffen und hob hervor, dass beide Mächte eine Austausch- und Abhängigkeitsbeziehung pflegen, die einen Bruch selbst bei geopolitischen, handelspolitischen und technologischen Reibungen erschwert.

Der Politikwissenschaftler Esteban Caballero Carrizosa bewertete die jüngste Wiederannäherung zwischen den Vereinigten Staaten und China nach dem Treffen der Präsidenten beider Nationen in Peking. In seiner Analyse beschrieb Caballero Carrizosa eine Verbindung, die von einer tiefen, über Jahrzehnte gewachsenen Interdependenz geprägt ist.

„Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich China schrittweise den Standards einer Weltmacht angenähert, so dass es heute in der Lage ist, den Vereinigten Staaten zu antworten oder in Bezug auf militärische Stärke, Wirtschaftskraft und globalen Einfluss fast als gleichwertig betrachtet zu werden“, sagte er.

Für den Analysten hat die sich abzeichnende neue Bipolarität zwischen den beiden Mächten ein zentrales Merkmal: eine sehr bedeutende Austauschbeziehung, die sie gegenseitig abhängig macht. „Beide sehen sich in eine angespannte Beziehung verwickelt, die sie aber gleichzeitig nicht ohne Weiteres lösen können, weil sie voneinander abhängen. Es besteht eine Interdependenz, bis zu einem gewissen Grad ergänzen sie sich“, erklärte er.

Caballero Carrizosa wies auch darauf hin, dass sich die Reibungen zwischen Washington und Peking auf drei Hauptfeldern zeigen: der Geopolitik, dem Handelskrieg und dem Technologiekrieg. Trotz dieser Friktionen verhindert die wirtschaftliche und strategische Komplementarität eine endgültige Trennung.

Der Experte kommentierte zudem die besondere Position Paraguays auf diesem globalen Schachbrett. „Es ist eine einzigartige Beziehung in Südamerika, weil Paraguay weiterhin Taiwan anerkennt und mit Taiwan zusammenarbeitet und nicht mit dem chinesischen Festland“, beobachtete er.