Bürger klagt gegen Bürgermeisterin nach jahrelanger juristischer Schikane

Ricardo Torres Peña forderte Transparenz von der Stadtverwaltung Mariano Roque Alonso. Statt einer Antwort verklagte ihn Bürgermeisterin Carolina Aranda (PLRA) wegen angeblicher Verleumdung. Nach drei Jahren wurde Torres freigesprochen. Nun fordert er Schadenersatz in Millionenhöhe.

Cidadão Processa Prefeita por Perseguição Após Denúncias de Transparência em Mariano Roque Alonso
Cidadão Processa Prefeita por Perseguição Após Denúncias de Transparência em Mariano Roque Alonso

Die paraguayische Verfassung sieht eine „repräsentative“ und „partizipative“ Demokratie vor. Doch Bürger, die Kritik üben, sehen sich oft juristischen Repressalien ausgesetzt. Ein aktuelles Beispiel ist der Fall von Ricardo Torres Peña aus Mariano Roque Alonso, wie ABC Color berichtet.

Torres, der die desolaten Straßen und die undurchsichtige Verwendung von Steuergeldern satt hatte, gründete eine Bürgerinitiative. Er forderte öffentliche Informationen, die ihm verweigert wurden, organisierte Proteste und reichte Beschwerden bei der Staatsanwaltschaft und der Generalrechnungskammer (CGR) ein. Seine Recherchen führten zu offiziellen Ermittlungen.

Die Reaktion der Bürgermeisterin Carolina Aranda (PLRA) und ihrer politischen Verbündeten war jedoch nicht die Verbesserung der Verwaltung, sondern eine Strafanzeige gegen Torres. Am 22. August 2022 wurde ihm die Klage zugestellt. Arandas Anwalt Marco Antonio Vázquez Román, ein Verwandter der Llanismo-Operateurin Basilisa Vázquez Román, warf Torres Verleumdung und üble Nachrede vor.

Torres lehnte einen Vergleich ab und bestand auf einem Gerichtsverfahren. Der Prozess begann am 5. Dezember 2022, doch die Klägerseite erschien zu keiner der vier anberaumten Verhandlungen. Am 12. August 2025 sprach Richterin Nancy Karina Adorno Mendoza Torres schließlich frei.

Parallel dazu versuchte das Umfeld der Bürgermeisterin, Torres beruflich zu schaden. „Ich musste Führungskräften in den Unternehmen, in denen ich als Manager arbeitete, unnötige Erklärungen abgeben – wegen dieser verantwortungslosen und peinlichen Politiker“, zitierte ABC Color Torres. Er betonte, dass die Einschüchterungsversuche ihn nur bestärkt hätten: „Sie haben mich nicht zum Schweigen gebracht, im Gegenteil.“

Nach seinem Freispruch reichte Torres eine Zivilklage gegen Aranda ein. Er fordert 850 Millionen Guaraníes (550 Millionen für entgangenen Gewinn, 300 Millionen für immateriellen Schaden) als Entschädigung für die beruflichen Nachteile durch die Anzeige. „Wenn ich ein normaler Bürger gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht unterworfen. Aber wir haben gezeigt, wie diese Politiker ticken und dass es einen legalen Weg gibt, seine Rechte einzufordern“, sagte Torres abschließend.