Ein von der Justiz gesuchter brasilianischer Pastor, der des sexuellen Missbrauchs von 30 Kindern verdächtigt wird, wurde am Dienstag aus Paraguay ausgewiesen. Der 47-jährige Alcemir de Souza wurde in Saltos del Guairá im Departamento Canindeyú festgenommen und der brasilianischen Bundespolizei übergeben.
Der Verdächtige nutzte seine Stellung als religiöser Führer, um im Grenzgebiet Gottesdienste abzuhalten und Jugendliche sowie Menschen in prekären Lebenslagen anzulocken. Gegen ihn liegen 26 Anzeigen aus Curitiba vor, wo der Haftbefehl erlassen wurde. Bislang gibt es keine Hinweise auf Opfer in Paraguay.
Kommissar Juan Fretes, stellvertretender Leiter von Interpol in Paraguay, teilte mit, der Mann habe sich in Saltos del Guairá versteckt und erneut als Pastor in örtlichen Kirchen gearbeitet. „Er gab sich als geistlicher Begleiter für Jugendliche aus und nutzte die Schutzlosigkeit der Menschen, die ihn aufsuchten, für die Missbrauchstaten“, sagte er. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass der Verdächtige nachts als Essenslieferant arbeitete, was seine Ortung erleichterte.
Die Festnahme war das Ergebnis einer gemeinsamen Operation der paraguayischen Nationalpolizei und der brasilianischen Bundespolizei nach einem Hinweis von Interpol. Der Pastor war fünf Jahre lang flüchtig. Die paraguayischen Behörden bitten mögliche Opfer in der Region Saltos del Guairá, sich bei der regionalen Interpol-Dienststelle zu melden.