Der Infektiologe Hernán Rodríguez riet von der Verwendung farbiger Desinfektionsmittel wie Jodtinktur und Merkurochrom zur Behandlung leichter Verletzungen ab und argumentierte, dass diese Produkte die Identifizierung möglicher Komplikationen auf der Haut erschweren können.
In einem Interview erklärte der Spezialist, dass das geeignetste Vorgehen bei Schnitten, Kratzern oder oberflächlichen Verletzungen zunächst darin bestehe, die Stelle reichlich mit Wasser und Seife zu waschen und die Entwicklung der Wunde ständig zu beobachten. „Vorzugweise zuerst eine Wäsche mit Wasser und Seife durchführen und beobachten“, sagte Rodríguez und warnte davor, dass sich entzündliche Zustände innerhalb weniger Stunden schnell entwickeln könnten.
Der Arzt betonte, dass stark gefärbte Produkte frühe Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung oder Hautveränderungen verbergen können. „Oft lassen sie den Verlauf des Zustands nicht erkennen. Es kann sich eine Entzündung einstellen, und wegen der Farbe des Produkts kann man sie nicht gut sehen“, erklärte er. Zudem erwähnte er, dass bestimmte Antiseptika einen trockenen Film auf der Hautoberfläche bilden, der die Ansammlung von Schmutz oder Rückständen begünstigt, was die Heilung erschweren kann.
Rodríguez warnte, dass selbst scheinbar kleine Verletzungen sich schnell verschlimmern können, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt. „Manchmal sagt die Person ‚nachts ist ein Pickel aufgegangen‘ und am Morgen hat sie bereits einen schweren entzündlichen Zustand, geschwollen, rot, heiß, schmerzhaft und sogar mit Fieber“, berichtete er. Der Infektiologe betonte die Bedeutung der Überwachung von Symptomen wie starken Schmerzen, lokaler Wärme, Entzündung oder Fieber und der ärztlichen Konsultation bei Verschlechterung.
Die Empfehlungen entsprechen den Erste-Hilfe-Praktiken, bei denen angemessene Hygiene und die frühzeitige Erkennung von Infektionszeichen als grundlegend zur Vermeidung größerer Komplikationen gelten.