Bürgermeister von Ñemby verschiebt erneut Vorverhandlung wegen Veruntreuung von 700 Millionen Guaraníes

Der Bürgermeister von Ñemby, Tomás Olmedo (ANR-FR), erreichte eine erneute Verschiebung seiner Vorverhandlung, die darüber entscheiden sollte, ob ihm wegen des mutmaßlichen Veruntreuung von über 700 Millionen Guaraníes der Prozess gemacht wird. Die Aussetzung erfolgte aufgrund einer anhängigen Entscheidung der Berufungskammer. Olmedo sieht sich zudem einem seit 2024 in der Abgeordnetenkammer eingefrorenen Antrag auf kommunale Intervention gegenüber.

Der Bürgermeister von Ñemby, Tomás Olmedo (ANR-FR), und fünf weitere Gemeindebeamte hatten ihre Vorverhandlung am Montag aufgrund einer anhängigen Entscheidung der Berufungskammer ausgesetzt. Die Sitzung, die um 8 Uhr vor dem Richter für Wirtschaftsdelikte, Rodrigo Estigarribia, stattfinden sollte, hätte darüber entschieden, ob die Angeklagten wegen des mutmaßlichen Veruntreuung von über 700 Millionen Guaraníes aus den Gemeindekassen vor ein öffentliches mündliches Gericht kommen.

Olmedo und die Beamten Marcos Isaías Meza Ortiz, Enrique Hugo Delvalle García, Daniel David Sánchez Arza und Flavio Javier Duarte Vallovera wurden von der Staatsanwältin Jessica Verocay wegen Betrugs und Vertrauensmissbrauchs angeklagt. Im selben Verfahren wird Arnaldo Gauna Martínez nur wegen Betrugs belangt.

Der Bürgermeister strebt die Wiederwahl an, nunmehr der Fuerza Republicana angehörend, nachdem er keine Unterstützung des cartistischen Flügels erhalten hatte. Bereits 2023 war er einem Antrag auf kommunale Intervention entgangen, und am 7. Oktober 2024 wurde ein neuer Antrag gestellt, ebenfalls gestützt auf den mutmaßlichen Veruntreuung. Bislang hält der sogenannte „Straffreiheitspakt“ zwischen Liberalen und Colorados in der Abgeordnetenkammer den Antrag zusammen mit dem von fünf weiteren angefochtenen Bürgermeistern eingefroren.

Angesichts der fehlenden Reaktion der Legislative brachten die Stadträte die Anzeige zur Staatsanwaltschaft, die die Anklage wegen Vertrauensmissbrauchs bereits formalisiert hat.