Die auf Umweltdelikte spezialisierte Staatsanwaltschaft von Villarrica unter der Leitung von Staatsanwältin Jadiyi Ortiz untersucht mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei Kanalisierungsarbeiten auf einem ländlichen Grundstück in der Siedlung San Agustín, Distrikt Paso Yobái, Departement Guairá. Der Eingriff erfolgte, nachdem Anwohner auf mögliche Umweltbeeinträchtigungen eines auf dem Grundstück befindlichen Feuchtgebiets aufmerksam gemacht hatten.
Nach Angaben von Nachbarn soll eine Gruppe von Geschäftsleuten beabsichtigt haben, das Grundstück für den Sojaanbau zu nutzen, und zu diesem Zweck Kanalisierungsarbeiten begonnen haben, um einen natürlichen Wasserlauf umzuleiten, der das Feuchtgebiet speist. Die Anwohner äußerten die Befürchtung, dass die Arbeiten das Ökosystem austrocknen könnten, das nach paraguayischem Umweltrecht besonderen Schutz genießt. Die Aktivitäten wurden Flaminio Villalba zugeschrieben, auf einem Grundstück, das Guillermo Rolón gehört.
Staatsanwältin Ortiz erklärte, dass es zunächst keine formelle Anzeige gegeben habe, die Situation jedoch aufgrund der Besorgnis der Anwohner gemeldet worden sei. Polizisten begaben sich vor Ort und erstellten einen Bericht, der der Umweltstaatsanwaltschaft vorgelegt wurde, während Techniker des Mades ebenfalls Überprüfungen durchführten. Anschließend erwirkte die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbefehl, um das Grundstück zu inspizieren.
Bei der Durchsuchung stellten die Behörden das Vorhandensein von Kanalisierungsarbeiten fest, die an einen Wasserlauf angeschlossen waren und innerhalb einer Feuchtgebietszone durchgeführt wurden. Laut Ortiz verfügen die Verantwortlichen der landwirtschaftlichen Nutzung über eine vom Mades ausgestellte Umweltgenehmigung, die bestimmte Kanalisierungsarbeiten erlaubt, doch die Arbeiten scheinen den genehmigten Umfang bei weitem zu überschreiten. Die Untersuchung soll klären, ob gegen die in der Genehmigung vorgesehenen Maßnahmen zur Minderung der Umweltauswirkungen verstoßen wurde und ob Umweltdelikte vorliegen.
Die Staatsanwältin erinnerte daran, dass Feuchtgebiete im paraguayischen Recht aufgrund ihrer ökologischen Funktion bei der Wasserregulierung und dem Umweltschutz besonderen Schutz genießen.