Die paraguayische Künstlerin Carla Ascarza präsentiert die Ausstellung „Ñande Sy e a poética do campo“ ab diesem Samstag, den 23. Mai 2026, in der Galeria del Rey in Asunción, als Teil des Programms der Noche de Galerías 2026. Die Schau vereint Gemälde, Graphitzeichnungen und eine Installation, die bedruckte Kleider mit einer GIF-Projektion kombiniert, und erkundet Erinnerung, Häuslichkeit und die weibliche Figur auf dem paraguayischen Land.
Die Werke zeigen eine anonyme Frau mit schwieligen Händen und gelassenem Gesichtsausdruck, die die Figur der Mutter, der Großmutter und der Vorfahrinnen heraufbeschwört. Ascarza verwendet Haushaltsgegenstände – wie Eisenpfannen, Blechtassen und Holzstühle – um eine visuelle Erzählung über das Landleben und das kulturelle Erbe zu konstruieren. Die Kleidung mit geblümten Kleidern und Schürzen verweist auf die historisch den Frauen auf dem Land zugeschriebene Routine.
Die Ausstellung steht im Dialog mit der Erzählung „De cuerpo presente“ des spanischen Schriftstellers Rafael Barrett und mit dem Buch „Filosofía de la casa. El espacio doméstico y la felicidad“ (2024) des italienischen Philosophen Emanuele Coccia. Ascarza schlägt eine Reflexion über das häusliche Glück und die Intensität der Beziehungen zwischen Menschen und den Gegenständen vor, die das Zuhause bewohnen.
„Das Haus ist eine Intensität, die unsere Seinsweise und die von allem, was Teil seines magischen Kreises ist, verändert“, schreibt Coccia – ein Gedanke, der in der Ausstellung nachhallt. Die Künstlerin würdigt zudem die Großmutter des Autors des Einführungstextes, María Rosa Leiva, die noch immer in der von ihrer Urgroßmutter geerbten Eisenpfanne kocht.
Die Ausstellung ist bis Juni 2026 bei freiem Eintritt für die Öffentlichkeit zugänglich.