Die Ratingagentur Moody's warnt, dass Paraguays geringe Steuereinnahmen in Kombination mit einem immer starreren Haushalt den fiskalischen Spielraum des Landes begrenzen und es anfälliger für wirtschaftliche Schocks machen. Die Analyse, die 18 Volkswirtschaften Lateinamerikas vergleicht, hebt hervor, dass Paraguay zwar eines der niedrigsten Niveaus öffentlicher Ausgaben in der Region aufweist, der wachsende Anteil des Budgets, der für verpflichtende Ausgaben gebunden ist, jedoch den Handlungsspielraum der Regierung einschränkt.
Der Bericht „Lateinamerika: Starre Ausgaben und politische Polarisierung begrenzen die Aussichten auf Haushaltskonsolidierung“ zeigt, dass die Gesamtausgaben Paraguays im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025 bei etwa 17 bis 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lagen – ein Wert, der in der untersuchten Gruppe nur von Guatemala unterboten wird. Allerdings hat die Haushaltsstarre zugenommen: 2019 machten die starren Ausgaben (wie Gehälter, Subventionen und Zinsen) etwa 13 Prozent des BIP aus, 2024 waren es bereits rund 14 Prozent.
Dieser Anstieg der verpflichtenden Ausgaben ging zulasten der öffentlichen Investitionen. Zwischen 2019 und 2024 sank die staatliche Kapitalinvestition um fast einen Prozentpunkt des BIP. Den größten Anteil an den starren Ausgaben Paraguays machen Gehälter aus, gefolgt von Subventionen und anderen laufenden Transferzahlungen. Die Zinslast ist dagegen im Vergleich zu Ländern wie Brasilien oder Kolumbien noch relativ gering.
Moody's bestätigt, dass Paraguay, das über ein Investment-Grade-Rating von Baa3 verfügt, Schocks besser abfedern kann als andere Länder der Region – dank einer stabilen Schuldenquote und eines verantwortungsvollen Haushaltsrahmens. Die Staatsverschuldung lag 2025 bei etwa 41 Prozent des BIP und soll sich mittelfristig bei rund 37 Prozent stabilisieren. Dennoch weist die Agentur darauf hin, dass die Einnahmebasis des Landes weiterhin schwach ist, was die allgemeine Haushaltsflexibilität zusätzlich einschränkt.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass das paraguayische Haushaltsverantwortungsgesetz zwar einen wichtigen Anker bietet, politische Blockaden und die geringe Steuerbasis jedoch die Fähigkeit der Regierung begrenzen, Defizite abzubauen und Investitionen in die Infrastruktur aufrechtzuerhalten – Faktoren, die für das langfristige Wirtschaftswachstum entscheidend sind.
