Am 26. Mai um 18:30 Uhr findet im Centro de Artes Visuais/Museu do Barro in Asunción die Buchvorstellung von Para outra história da guerra do Chaco: Coleção de documentos e relatos sobre a ocupação militar dos territórios indígenas do Chaco boreal (1910-1960) statt. Das Werk, das Ergebnis von mehr als einem Jahrzehnt Forschung, vereint indigene mündliche Zeugnisse, Feldtagebücher, Korrespondenzen, Karten, Fotografien und Tonaufnahmen aus Archiven in Paraguay, Bolivien, Argentinien und Europa.
Die Autoren, der chilenisch-französische Anthropologe und Historiker Nicolás Richard (Forscher am CNRS und Doktor der EHESS Paris) und der französische Historiker Luc Capdevila (ordentlicher Professor an der Universität Rennes 2), schlagen eine Lesart vor, die über das isolierte Kriegsereignis hinausgeht. Sie verorten den Chaco-Krieg (1932-1935) als Teil eines mittelfristigen Prozesses, der durch das Vordringen des Staates und die erzwungene Unterordnung der indigenen Völker der Region gekennzeichnet ist.
Im Gegensatz zu den traditionellen militärischen Chroniken, die den Chaco oft als unbewohntes und unfruchtbares Gebiet darstellen, versucht die Sammlung, den historiografischen Blick auf die territoriale Neuordnung und die gewaltsame Transformation der indigenen Gemeinschaften zu lenken. Das Buch enthält kritische Kommentare des Anthropologen José Braunstein und des Kunstkritikers Ticio Escobar. Der Eintritt ist frei.