Paraguay steht kurz vor einem Technologiesprung mit dem Bau eines Zentrums für künstliche Intelligenz (KI) in Partnerschaft mit Taiwan, in einem 50/50-Modell. Es stellt sich die Frage, ob das Land über das Humankapital verfügt, um das Projekt umzusetzen, oder ob es vollständig auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sein wird. Für den Präsidenten des Nationalen Rates für Wissenschaft und Technologie (Conacyt), Benjamín Barán, ist die Antwort optimistisch und erinnert an eine frühere Herausforderung: den Bau des Wasserkraftwerks Itaipu.
„Diese Frage erinnert mich an die 1970er Jahre, als der Bau von Itaipu begann: Hatte Paraguay genügend Fachleute, um ein Wasserkraftwerk dieser Größenordnung zu bauen?“, fragte Barán. Für ihn wiederholt sich die Geschichte, nun auf digitaler Ebene. „Meiner persönlichen Meinung nach hat Paraguay bereits eine angemessene Anzahl von Ingenieuren, Fachleuten und Forschern, um die Arbeiten zu beginnen, mit einer wunderbaren Jugend, die, richtig motiviert und mit entsprechender Unterstützung, sich darauf vorbereitet, ein solches Projekt voranzutreiben, das das Land in eine herausragende Position in der Region bringen könnte“, betonte er.
Barán nannte die Polytechnische Fakultät der Nationalen Universität von Asunción (FP-UNA) als Beispiel: In den letzten Jahren haben etwa 20 Doktoren der Informatik sowie über 40 Master mit wissenschaftlichem Schwerpunkt und weitere 170 mit berufsbildendem Schwerpunkt ihren Abschluss gemacht. Er betonte, dass, obwohl nicht alle sich speziell auf den Bau oder Betrieb von Rechenzentren für KI spezialisiert hätten, „sie über ausreichende Ausbildung verfügen, um sich schnell anzupassen“.
Der Conacyt-Präsident erwähnte auch das Stipendienprogramm Carlos Antonio López, das in den letzten zehn Jahren 24 Doktoren und 164 Masterabsolventen, die in Ingenieurwissenschaften und verwandten Bereichen an den besten Universitäten der Welt ausgebildet wurden, nach Paraguay zurückgebracht hat. Darüber hinaus umfasst das Nationale Forschersystem (Sisni), das das frühere Pronii ersetzt hat, heute mehr als 80 kategorisierte Forscher im Ingenieurbereich, von denen über 20 neu aufgenommene Fachkräfte sind.
Barán betonte, dass das Land vor großen Herausforderungen stehe: Es müssten mehr Ingenieure ausgebildet, die Qualität der Projekte verbessert und das internationale Kooperationsnetzwerk gestärkt werden. „Die Prozesse der Technologieeinführung und Innovation verbessern, damit die Unternehmen des Landes von diesen Fortschritten profitieren und bessere Produkte und Dienstleistungen hervorbringen, die dazu beitragen, die Lebensqualität unserer Bevölkerung zu erhöhen“, schloss er.