Paraguayische Exporteure warnen Zentralbank vor Verlusten durch Dollarverfall von 23 Prozent binnen eines Jahres

Paraguayische Exporteure warnten die Zentralbank vor den Verlusten durch die 23-prozentige Abwertung des Dollars innerhalb eines Jahres, die Branchen wie Maniok, Schweinefleisch, die Forstindustrie und das Recyclinggewerbe trifft.

Die Führung der Cámara Paraguaya de Exportadores (Capex) hat sich mit der Spitze der Banco Central del Paraguay (BCP) getroffen, um die wachsende Besorgnis der Branche über die anhaltende Abwertung des Dollars und deren Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte darzulegen. Das Treffen fand am Freitag statt und wurde vom Präsidenten der BCP, Carlos Carvallo, geleitet; anwesend waren zudem das Vorstandsmitglied Miguel Mora, Chefökonom Gustavo Cohener sowie weitere Fachleute der Institution.

Die US-Währung verzeichnet innerhalb eines Jahres einen Wertverlust von 23 Prozent und schloss am Montag bei 6.180 Guaraníes im Effektivkurs und bei 6.136 Guaraníes im Interbankenhandel. Die Capex betonte, dass es bei dem Treffen nicht darum ging, technische Aspekte der Wirtschaftspolitik zu erörtern, sondern konkrete Fälle vorzustellen, die das Ausmaß der Wechselkursauswirkungen auf verschiedene Produktionssektoren verdeutlichen.

Eines der kritischsten Beispiele war die Ausfuhr von Lebensmitteln aus der Maniokverarbeitung in die Vereinigten Staaten, ein Markt, dessen Erschließung jahrelange Arbeit erforderte. Derzeit führt die Kombination aus hohen Kosten und ungünstigem Wechselkurs zu erheblichen Verlusten für eine Tätigkeit, von der im Departamento San Pedro mehr als 20.000 Familien abhängen.

Die Wechselkurskrise trifft auch die Fleischindustrie, insbesondere den Schweinesektor, der landesweit rund 50.000 Erzeugerfamilien umfasst. Während des Treffens wurden zudem die Schwierigkeiten der Forstindustrie und ihrer Folgeprodukte vor dem Hintergrund großer Investitionen in Paraguay sowie die Auswirkungen auf die exportierenden Recyclingbetriebe dargelegt, deren Wertschöpfungskette Tausende von Menschen mit geringem Einkommen ernährt, deren Einkünfte durch den Stillstand der Exportgeschäfte bedroht sind.

Die Vertreter der BCP zeigten sich offen für die vorgebrachten Sorgen und verpflichteten sich, diese Daten der Realwirtschaft in ihre Berichte, makroökonomischen Analysen und volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen einfließen zu lassen. Zum Abschluss der Unterredung kamen beide Seiten überein, einen ständigen Gesprächskanal aufrechtzuerhalten, um die Entwicklung des Devisenmarktes zu beobachten und den Herausforderungen, die die Nachhaltigkeit und die Beschäftigung im Exportsektor gefährden, rechtzeitig zu begegnen.