Die paraguayische Schifffahrtsbranche verstärkt den Druck auf eine Senkung der Mautgebühren auf der Wasserstraße Paraná-Paraguay, kurz bevor die neue Konzession für den argentinischen Abschnitt der Binnenwasserstraße vergeben wird. Der Schiffsverkehr ist das Rückgrat des paraguayischen Handels und für mehr als 80 Prozent der Güterumschlagstätigkeit zuständig, darunter Agrarprodukte, Industriegüter und Treibstoffe.
Bernd Gunther, Präsident des Centro de Armadores Fluviais e Marítimos del Paraguay (CAFyM), erklärte, dass der Branche keine Rechtfertigung für die Beibehaltung der derzeitigen, als empfundenen hohen Tarife ersichtlich sei. Er wies auf Zweifel an der tatsächlichen Durchführung der Wartungsleistungen sowie an den technischen Kriterien hin, die zur Bemessung der erhobenen Kosten herangezogen werden.
Die Reedereien fordern, dass der Mautsatz – derzeit mit einem Referenzwert von 1,30 US-Dollar pro Nettonnage – angemessen ist und die tatsächlichen Betriebsbedingungen widerspiegelt. Logistikunternehmen und Kapitäne, die täglich die Route befahren, verweisen auf Mängel, die die Sicherheit und Effizienz der Schifffahrt beeinträchtigen.
Die argentinische Regierung hat die Vorvergabe der neuen Konzession für die Vía Navegable Troncal an das Konsortium aus dem belgischen Unternehmen Jan De Nul und der argentinischen Firma Servimagnus vorangetrieben. Die Gruppe setzte sich im technischen Vergleich gegen die europäische Konkurrentin DEME durch. Der Vertrag sieht Bagger- und Fahrbahnmarkierungsarbeiten auf mehr als 1.635 Kilometern der Wasserstraße vor und hat eine Laufzeit von 30 Jahren.
Das Ausschreibungsverfahren war von politischen Debatten, Kritik an den Bewertungsfristen und Vorwürfen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten geprägt, obwohl die Justiz die Fortsetzung des Verfahrens genehmigt hat. Technische Gesprächsrunden mit Beteiligung der Branche tagen weiterhin in permanenten Sitzungen, um die Entscheidungen zu begleiten.
