Am kommenden Samstag, dem 23. Mai, ab 17 Uhr, öffnet die Viedma Galería de Arte (Denis Roa 768, Asunción) die Gemeinschaftsausstellung Poéticas del Território als Teil der Ausgabe 2026 der Noche de Galerías. Der Eintritt ist frei.
Der kuratorische Text, verfasst von Siu Lizaso und Florencia Gauna, entfernt sich von der wörtlichen Darstellung der Landschaft. Die ausgewählten Werke treten in einen direkten Dialog mit dem kollektiven Gedächtnis, in dem Verständnis, dass „das Territorium als ein Raum erscheint, in dem sich Erinnerungen ansammeln, in dem die Vergangenheit gegenwärtig bleibt und in dem sich individuelle Erfahrungen mit der gemeinsamen Geschichte verflechten“. Der Raum ist nicht länger bloße geografische Grundlage, sondern wird zum konstitutiven Element des Subjekts.
Die Ausstellung vereint zehn Schaffende, die verschiedene Sprachen artikulieren. Manuel Viedma präsentiert Landschaften, die einen konkreten Raum und eine konkrete Zeit verewigen. Joaquín Sánchez integriert vorkoloniales Wissen in die zeitgenössische Sprache und verwandelt es in lebendige Spuren seiner eigenen Geschichte. Die Keramikerin Carolina Noguera macht das Territorium als Kanal kultureller Übertragung und mütterlichen Erbes sichtbar, während die botanischen Aquarelle von Ingrid Seall die Reinheit und die Transformationsprozesse des intimen Heimatbodens offenbaren.
Alfredo Quiroz kombiniert Malerei, Fotografie und Installation, um den Körper und die Erinnerung als Räume der Einschreibung menschlicher Erfahrungen zu untersuchen. Daniel Mallorquín schlägt vor, das Territorium als eine sich ständig verändernde Oberfläche zu denken, die die Grenzen zwischen dem Materiellen und dem Symbolischen auflöst. Felicia Barrios nutzt das Bild als Vehikel, um die Beziehung zwischen Erinnerung und Präsenz zu erkunden. Christian Ceuppens verleiht dem Mythos und dem historischen Bericht unter einem Strich Gestalt, der auf geheime Räume und Geschichten des lokalen Imaginären verweist.
Die Ausstellung umfasst zudem die fotografischen Blicke von Jesús Ruiz Díaz und Grace Ratto. Ruiz Díaz, ausgebildet in New York und Paris, erkundet Alltäglichkeit, Identität und Marginalität der Gemeinschaft in zeitgenössischer Tonart. Ratto, argentinischer Herkunft, überführt die Poetik des ländlichen Raums im Norden von Santa Fe in einen engen Dialog mit der abstrakten Malerei und fängt die Harmonie, Einfachheit und Zerbrechlichkeit der lateinamerikanischen natürlichen Umgebung ein.