Jeden Mai, neben den Feierlichkeiten zum Muttertag, bündeln Mediziner und Gesundheitsorganisationen ihre Kräfte, um auf die Preeklampsie aufmerksam zu machen – der Welt-Preeklampsie-Tag ist der 22. Mai. Ziel ist es, eine der schwerwiegendsten Schwangerschaftskomplikationen sichtbar zu machen und die Schwangerschaftsvorsorge als wichtigstes Mittel zur Lebensrettung zu fördern.
Laut ABC Color handelt es sich bei Preeklampsie um eine schwere, mit Bluthochdruck verbundene Erkrankung, die während der Schwangerschaft oder bis zu sechs Wochen nach der Geburt auftreten kann. Wissenschaftlich wird sie durch eine Fehlentwicklung der Plazenta verursacht. Die größte Gefahr: In frühen Stadien zeigt sie keine Symptome und ist nur durch regelmäßige ärztliche Kontrollen erkennbar, bei denen erhöhter Blutdruck und Eiweiß im Urin festgestellt werden. Unbehandelt kann sie zu Organversagen, Krämpfen (Eklampsie) und sogar zum Tod von Mutter und Fötus führen.
Weltweit sterben jährlich schätzungsweise 76.000 Frauen und 500.000 Babys an den Folgen der Preeklampsie, wobei die meisten Todesfälle in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auftreten. In Paraguay zählt die Preeklampsie durchgängig zu den Hauptursachen der Müttersterblichkeit. Das Gesundheitsministerium (MSPBS) und Fachärzte betonen, dass Prävention möglich ist, wenn Frauen bereits bei Bekanntwerden der Schwangerschaft eine Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen.
Für Risikopatientinnen gibt es medizinische Präventionsmaßnahmen wie die Gabe spezifischer Medikamente unter strenger Aufsicht. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Nachsorge verhindern schwere Verläufe und sichern eine sichere Geburt. Seit 2017 unterstützt die Fundación Rassmuss aktiv die Gesundheitspolitik des Ministeriums, mit Schwerpunkt auf Jugend- und Müttergesundheit, letztere über das Programm „Maternidad Segura“. Die Stiftung führt Schulungen im ganzen Land durch und stärkt die geburtshilfliche Versorgung in zwölf strategisch wichtigen öffentlichen Krankenhäusern. Zudem wird das Personal in Notaufnahmen durch die offizielle Strategie „Código Rojo“ des Gesundheitsministeriums geschult, um hypertensiven Schwangerschaftsstörungen kritisch zu begegnen.
Bildung ist der Schlüssel zur Prävention. Das Programm fördert Wissensaktualisierung durch Meisterkurse, Kongresse, kostenlose Online-Kurse, Massenkampagnen und Vorträge direkt für Schwangere. Die Botschaft der Gesundheitsorganisationen in diesem Mai ist einhellig: Frühzeitige Schwangerschaftsvorsorge ist keine Option, sondern der Unterschied zwischen Leben und Tod.