Der öffentliche Nahverkehr in Asunción und der Metropolregion tritt ab diesem Dienstag in eine neue Phase der Überwachung ein, da Bußgelder für Busunternehmen in Kraft treten, die ihren Standort nicht alle zehn Sekunden per GPS melden. Die vom Vizeministerium für Verkehr (VMT) erlassene Maßnahme ist Teil des Integralen Kontroll- und Überwachungssystems (SICM), das die sogenannten nicht genehmigten Flottenreduzierungen unterbinden soll.
Straßendaten deuten auf einen leichten Anstieg der im Umlauf befindlichen Busse nach der Einführung des Systems hin. Im Januar lag der Tagesdurchschnitt bei 1.350 Bussen; im Februar und März sank er auf etwa 1.300 Einheiten, was auf den Anstieg der Dieselpreise und die Verzögerung bei der Berechnung des technischen Tarifs im Verhältnis zu den Subventionen zurückgeführt wird. In dieser Zeit operierten die Unternehmen unter einer verdeckten Maßnahme und beriefen sich auf fehlende Liquidität für Betriebsmittel. Im April, nach der Beilegung des Konflikts um Kraftstoffe und der Regulierung der elektronischen Kontrolle, stieg die Flotte auf durchschnittlich 1.410 Busse von insgesamt etwa 1.500 im System zugelassenen Einheiten.
Das VMT hat mit den Resolutionen 21/2026 und 26/2026 ein System zur Kategorisierung von Unternehmen nach Zuverlässigkeit und eine 'Phase der operativen Anpassung' eingeführt, die am 18. Mai 2026 endete. Nun kann die Behörde gestaffelte Bußgelder verhängen: Die Nichteinhaltung der geforderten durchschnittlichen Betriebsflotte wird als besonders schwere Ordnungswidrigkeit eingestuft, mit einer Strafe von 173 Mindestlöhnen. Im Wiederholungsfall erhöht sich der Betrag um 30 % und kann bis zu 25 Millionen Guaraníes betragen.
Der Vizeminister für Verkehr, Emiliano Fernández, erklärte, dass die Reform des öffentlichen Nahverkehrs eine 'historische Schuld' gegenüber der Bürgerschaft begleichen solle. Der Plan umfasst die Ausschreibung von fünf bis sechs strategischen Korridoren im Großraum, wobei das Verwaltungsverfahren im Juni beginnen soll. Der erste Korridor soll 400 neue Einheiten erhalten, deren Betrieb ab den ersten Monaten des Jahres 2027 erwartet wird. Das Ziel der Regierung ist es, bis 2028 1.000 neue Busse und bis 2030 1.800 Busse einzusetzen, davon 40 % elektrisch, ohne dass eine Erhöhung des Fahrpreises vorgesehen ist.
Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs sind weiterhin mit langen Wartezeiten und niedrigen Temperaturen an den Haltestellen konfrontiert, insbesondere in den frühen Morgenstunden, während das System noch keine signifikanten Verbesserungen bei der Taktfrequenz aufweist.