Zum wiederholten Mal gelang es dem paraguayischen Senat nicht, bei der ersten Einberufung der ordentlichen Sitzung um 9 Uhr ein Quorum zu bilden. Die weit verbreitete Verspätung führte zur Abhaltung einer außerordentlichen Sitzung, die die Redezeit und die Beteiligung der Senatoren einschränkt. Die Situation löste Kritik von Oppositionsabgeordneten aus, insbesondere von Senator Walter Kobilansky von der Partei Cruzada Nacional.
„Für mehr Strenge – und wenn wir von der Gesellschaft verlangen, dass es bei Verstößen bereits Sanktionen gibt – müssen wir ernsthaft sein. Da man nicht vom Gehalt abziehen will, würde ich eine salomonische Entscheidung vorschlagen: Wer nicht pünktlich kommt, kann sich nicht mehr zu Wort melden“, erklärte Kobilansky. Er sprach sich für die Einführung von Geldstrafen oder Einschränkungen aus, um Verspätungen zu unterbinden.
Senator Rafael Filizzola forderte ebenfalls Verantwortung: „Wenn es keinen politischen Grund gibt, der die Bildung eines Quorums verhindert, muss man verantwortungsvoll handeln und die Sitzung durchführen.“
Demgegenüber spielte Senator Dionisio Amarilla den Vorfall herunter und bezeichnete das fehlende Quorum als Teil einer „legislativen Strategie“. „Wir einigen uns auf die Tagesordnung, jeder vertritt seine Fraktion, und je nach Interesse am Thema bleibt man in der Sitzung oder nicht. So funktioniert das. Ich weiß nicht, warum so ein Aufstand gemacht wird“, sagte er.
Der Kongresspräsident stellte seinerseits klar: „Es gibt in der Geschäftsordnung keine Möglichkeit, einen Senator wegen Verspätung mit einer Geldstrafe zu belegen.“ Diese Aussage erfolgte als Reaktion auf den Vorschlag Kobilanskys, der vom Präsidium nicht aufgegriffen wurde.