Der mündliche und öffentliche Prozess wegen des Mordes an María Fernanda Benítez, einer 17-jährigen Jugendlichen, die am 31. Mai 2025 in Coronel Oviedo tot und verbrannt aufgefunden wurde, wurde zum zweiten Mal ausgesetzt. Der neue Prozessbeginn bleibt offen, bis die Berufungskammer über einen Ablehnungsantrag gegen das Strafgericht entscheidet.
Der erste Prozess war für den 27. April angesetzt, fand aber aufgrund des Fehlens der Anwältin Tatiana Duarte, Verteidigerin von Kiara Melgarejo Rolón, die ein ärztliches Attest vorlegte, nicht statt. Der zweite Versuch, für den 18. Mai geplant, wurde unterbrochen, nachdem der Anwalt Bernardo Villalba, Verteidiger von Franco Acosta Céspedes, die drei Richter des Gremiums – Luis Ovelar, Andrea Riquelme und Víctor Vera Valloud – mit der Begründung abgelehnt hatte, dass das ordnungsgemäße Verfahren bei der ersten Vorladung verletzt worden sei.
Nach Angaben der Verteidigung hatte sich das Gericht am 27. April bereits im Verhandlungssaal konstituiert, was nach der Strafprozessordnung den Beginn des Prozesses darstellen würde. Der Staatsanwalt Fermín Segovia erklärte, die Verteidigungen versuchten, „das Gerichtsverfahren in die Länge zu ziehen“, garantierte jedoch, dass das Gericht letztendlich ein Urteil fällen werde.
Der Vater des Opfers, Leonardo Benítez, kritisierte die Situation scharf und sagte, „die Justiz sei ein Zirkus“. Er kündigte an, dass er bei der nächsten Vorladung als Clown verkleidet protestieren werde. Er forderte auch die Verurteilung des Vaters des Jugendlichen, der als Hauptverdächtiger gilt, wegen angeblicher Hilfe für seinen Sohn bei der Tat, und verlangte die Höchststrafe für alle Beteiligten.
Angeklagt sind fünf Erwachsene: Kiara Melgarejo Rolón (Anstiftung und Beihilfe); Armando Silva und Karen Villar, die Eltern des Jugendlichen (Vereitelung der Strafverfolgung und unterlassene Hilfeleistung); Ricardo Villamayor, Schwiegervater des Minderjährigen (gleiche Delikte); und Franco Acosta Céspedes, Apothekenbesitzer, wegen angeblicher Lieferung von Abtreibungsmedikamenten. Der Jugendliche, Hauptverdächtiger, wartet auf einen separaten Prozess in einer anderen Instanz.